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Motorradwallfahrt von Moers nach Kevelaer
"So ein bisschen Regen kann mich nicht abhalten"

Biker fahren durch Kevelaer
Biker fahren durch Kevelaer FOTO: Gottfried evers
Moers. Trotz Nieselwetters starteten zum 30. Mal Motorradfreunde aus Moers zur Wallfahrt der Biker im niederrheinischen Wallfahrtsort Kevelaer.

30 Jahre ist es jetzt her, dass sich der Meerbecker Pfarrer Bernhard Lauer - selber ein begeisterter Motorradfahrer - zum ersten Mal mit sechs Gleichgesinnten zusammen auf eine gemeinsame Motorradfahrt in den niederrheinischen Wallfahrtsort Kevelaer begab, um dort sich und sein Motorrad segnen zu lassen. Im nächsten Jahr nahmen schon fünfmal so viele Biker teil, und in den besten Jahren waren es bisweilen über 70.

Eine Zahl, die trotz des 30. Geburtstag an diesem Samstag nicht zustande kam. So starteten diesmal zum Abfahrtstermin um 11.30 Uhr höchstens 30 Maschinen vor dem Meerbecker St. Barbara Gemeindehaus in der Bismarckstraße 104. Schuld daran war ein schon seit dem frühen Vormittag anhaltender, ungemütlicher Nieselregen, der vielen Teilnehmern offenbar kurzfristig den Spaß an einer Mitfahrt genommen hatte.

"Einfach nur gigantisch"

Diejenigen, die dennoch gekommen waren, gehörten weitgehend zum "harten Kern". So wie zum Beispiel Horst Blondin, der schon bei der ersten Wallfahrt mit dabei war, und Klaus-Dieter Wiederhold, der wenig später dazu kam. Sie und einige weitere "Stammfahrer" übernahmen auch diesmal wieder die verkehrstechnische Sicherung der Moerser Motorradkolonne.

"Das ist für mich einfach nur gigantisch, mit so vielen Motorradfahrern in einer Kolonne zu fahren. Da kann mich so ein bisschen Regen jedenfalls nicht abhalten", erklärte Klaus-Dieter Wiederhold kurz vor der Abfahrt, während er seine leuchtend orangefarbene Sicherheitsweste anzog. "Und du fährst auch wieder bei mir mit", sah er dabei Pfarrer Lauer an. Das war jedoch nur symbolisch gemeint, denn Lauer kann aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr mit nach Kevelaer fahren - und hatte zudem ausgerechnet am Vortag seine bisher heißgeliebte BMW R850C verkauft. So winkte er den Fahrern nur etwas wehmütig nach, als sie mit guten Wünschen von Bürgermeister Christoph Fleischhauer schließlich ihre Motorräder anließen und losfuhren. Nach gut einer Stunde würden sie in Kevelaer ankommen, dort zunächst mit zirka zwei- bis dreitausend anderen Bikern die Stadt umrunden und anschließend auf dem Platz vor der Marienkapelle den Wallfahrtssegen entgegen nehmen.

Der Höhepunkt des inzwischen seit 33 Jahre in Kevelaer stattfindenden christlichen Motorradtreffens ist jedoch die am gleichen Tag ab 20 Uhr stattfindende Lichterwallfahrt. Dabei starten die Biker mit voll aufgeleuchteten Motorradscheinwerfern zu einer erneuten Rundfahrt, mit abschließendem Gottesdienst und einer weiteren Segnung. Die schützt den Empfänger bis zur nächsten Wallfahrt vor Unfällen und ihre Maschinen vor Kolbenfressern und anderen Motorschäden.

(lang)
 
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