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Moers
So trägt der Baum wieder mehr Früchte

Moers: So trägt der Baum wieder mehr Früchte
Gärtnermeister Marcus Nitzsche demonstrierte iim Schwafheimer Gartenzentrum Schlößer wie man junge Bäume fachgerecht erzieht. FOTO: Klaus Dieker
Moers. Gärtnermeister Marcus Nitzsche freute sich im Gartenzentrum Schlößer über mehr als 120 Gäste, die sich von ihm erklären ließen, wie sie die Obstbäume in ihrem Garten in den nächsten Wochen fachgerecht schneiden können. Von Jutta Langhoff

Gesunde, üppig tragende Obstbäume sind die Freude eines jeden Hobbygärtners. Doch dazu braucht es eine Reihe wichtiger Voraussetzungen. Den richtigen Standort zum Beispiel, genügend Nährstoffe und Sonne, fleißige Bestäuber und nicht zuletzt einen regelmäßigen, fachmännischen Schnitt. Ohne ihn gibt es nicht nur weniger, sondern auch sehr viel kleinere Früchte, erfuhren die Besucher bei einem gleich zweimal am Samstag im Moerser Gartencenter Schlößer veranstalteten Vortrag zum Thema "Obstgehölze richtig schneiden".

Wie schon in den letzten Jahren fand das Thema wieder großes Interesse. Allein zu dem ersten Vortrag um 11 Uhr waren mehr als 120 Besucher gekommen, so dass sehr zur Freude von Referent Marcus Nitzsche nachträglich noch zahlreiche, weitere Stühle aufgestellt werden mussten. "Ich glaube, Sie sind heute nur hier, um dem Karnevalstrubel zu entgehen", begrüßte der in Köln heimische Gärtnermeister sein Auditorium zu Beginn mit einem Scherz, bevor er anschließend zunächst mit einem kurzen Einstieg in die allgemeine Obstbaumkunde zum Fachlichen überging. "Schon unsere Vorfahren aßen lieber schöne große Früchte und setzten damit bei den Obstbäumen eine bis heute andauernde Auslese in Gang, die sich aber auch wieder umkehren kann", erklärte er. "Das heißt, wenn wir unsere Babys nicht regelmäßig schneiden, können sie ganz schnell wieder wild und damit weniger ertragreich werden." Es folgte ein mit diversen Zeichnungen untermalter Exkurs in die Welt der ein-, zwei- und dreijährigen Baumtriebe und deren jeweilige Bedeutung für die Blüten- und Fruchtbildung. Außerdem erfuhren die Besucher etwas über die beste Schnittzeit der verschiedenen Obstbaumarten, warum eine spitzkegelförmige Baumkrone besser ist als eine kugelige, und dass der Fuß eines Obstbaumes möglichst grasfrei bleiben sollte, weil seine Wurzeln nicht gerne mit dem Rasen um die vorhandenen Bodennährstoffe konkurrieren. "Schauen Sie sich im Frühjahr einfach die jeweils neuen Jahrestriebe gründlich an! Bei älteren Bäumen sind 30 bis 40 Zentimeter in Ordnung, bei jüngeren Bäumen sollten sie länger sein. Wenn nicht, ist das ein Zeichen für mangelnde Vitalität", lautete Gärtnermeister Nitzsches abschließender Ratschlag. "Und haben Sie keine Angst! Schneiden muss man sich trauen. Man kann eigentlich nichts kaputt machen. Auch wenn später nur eine Kirsche dran ist, ist es immer noch die beste, die Sie kriegen können."

Das klang einfach. Dennoch suchten viele Besucher anschließend noch seinen individuellen Rat. So erhoffte sich der Moerser Hobbygärtner Manfred Grans zum Bespiel einen Pflegetipp für seine "Problemfälle", während sich sein Freund Andreas Wenders eigentlich nur vergewissern wollte, ob er alles richtig macht. "Die anschließende Fragerunde ist für die meisten unserer Vortragsbesucher mindestens ebenso wichtig wie der Vortrag selber", freute sich Kevin Körner über das rege Interesse. Der für die Organisation der Vorträge verantwortliche Schlößer-Mitarbeiter hatte abschließend für alle noch eine kleine, schriftliche Zusammenfassung der wichtigsten Baumschnitt-Fakten vorbereitet, die gerne angenommen wurde.

Der nächste Vortrag der Schlößer Gartenschule findet am 12. März um elf und 14 Uhr in den Räumen des Gartencenters Schlößer in Moers, Römerstraße/Ecke Düsseldorfer Straße statt. Das Thema dabei lautet diesmal "Rasen". Die Teilnahme ist kostenlos und erfordert keine vorherige Anmeldung.

(lang)
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