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Klingelbeutel
Sommerkirche

Moers. In unserer Gemeinde gibt es jetzt die "Sommerkirche". Weniger Gottesdienste während der Schulferienzeit. Im gesamten Gemeindebereich so viele, wie ein Pastor und ein Mensch an Orgel und Klavier mit den Fahrten zusammen schaffen. Früher als sonst in der einen Kirche. Nicht an jedem Sonntag und auch zu einer ungewohnten Zeit in zwei anderen.

Auch Pastoren und Organistinnen haben ja mal Urlaub. Und es gibt auch nicht mehr so viele Vertretungskräfte wie noch vor ein paar Jahren.

Der neue Plan hat am Anfang nicht allen gefallen. Er hatte den Geruch von Mangel und Verlust. Ist das vielleicht die Zukunft meines Ortes und unserer Kirche, kein wöchentlicher Gottesdienst mehr? Wenn es doch jetzt schon getestet wird?

"Sommerkirche" bringt Sommerstimmung in die Kirche. Im hellen Licht, auch schon um kurz nach neun, klingen die Lieder und Worte anders. War das nicht gerade was von den Beatles, da im Orgelvorspiel? Zu früh sein wegen der geänderten Zeit ist eine Gelegenheit, schon mal eine Tasse bereitstehenden Kirchenkaffee zu trinken und mit den anderen zu reden. Etwas zu spät aus demselben Grund ist auch nicht schlimm. Wenn eine Tauffamilie mit mehreren Kindern kommt, kann sich mal alles mehr um die Kinder drehen. Jemand hat einen Feriengast dabei, der anschließend noch eine kleine Kirchenführung bekommt. Von einer Presbyterin, denn der Pastor muss ja weiter. Der kann dann vielleicht in der zweiten Kirche etwas Neues aus dem ersten Ort erzählen.

Einigen wird noch einmal klar, dass der wöchentliche Gottesdienst am eigenen Ort und zur festen Zeit etwas ziemlich Kostbares ist. Kommt ja wieder, im September. Aber bis dahin: Gönnen Sie sich doch etwas "Sommerkirche"!

Stefan Maser, Pfarrer in der Evangelischen Kirchengemeinde Hoerstgen

Quelle: RP
 
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