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Moers
Sozialer Boxclub - neues Projekt gestartet

Moers: Sozialer Boxclub - neues Projekt gestartet
Ein Boxer im Rathaus (v.l.): Roman Morawiecz, Freddy Fischer, Michael Paßon, Michael Rüddel, Christoph Fleischhauer. FOTO: Klaus Dieker
Moers. Ein Moerser bringt jungen Menschen Boxen bei und will damit Disziplin und Respekt lehren. Von Josef Pogorzalek

Wer boxt, der beißt sich auch im Leben besser durch. Das hat Freddy Fischer bei sich selbst und bei anderen beobachtet. "Der Boxsport hat mir Halt gegeben", sagt der aus Moers stammende Unternehmer. In Essen-Borbeck unterstützt er mit der nach ihm benannten Stiftung seit 2011 einen "sozialen Boxclub", in dem Kinder und Jugendliche unentgeltlich trainieren können. 120 Jungen und Mädchen werden dort von vier Trainern betreut. "Es ist das größte Jugendboxprojekt in Nordrhein-Westfalen. Wir haben sogar schon zwei NRW-Meister hervorgebracht." Jetzt gibt es eine ähnliche Einrichtung in Moers. Dabei arbeitet die Freddy-Fischer-Stiftung mit dem Verein "Klartext für Kinder", dem Amateurboxclub Rheinkamp sowie dem Jugendamt der Stadt zusammen. Schirmherr ist Bürgermeister Christoph Fleischhauer.

Jeden Dienstag ab 17.30 Uhr können Kinder und Jugendliche im Alter zwischen acht und 18 Jahren in der Halle der Emanuel-Felke-Schule Repelen (Eingang Eichendorffstraße) beim ABC Rheinkamp trainieren. Eine Anmeldung ist nicht nötig, wer Lust hat, sollte einfach vorbeikommen.

Der Boxausstatter Benlee aus Neuss unterstütze das Projekt. "Wer sich keine Boxhandschuhe leisten kann, bekommt sie gestellt", sagt Michael Paßon, Geschäftsführer von "Klartext für Kinder". Der Verein setzt sich für Kinder auch benachteiligten Familien ein. Der soziale Boxclub richte sich aber ausdrücklich an alle Interessenten. Beim Boxen gehe es um Disziplin, Gemeinschaft und Respekt - Werte auf die es im Leben ankomme. Der Boxsport sei auch ideal, um Flüchtlingen das Ankommen zu erleichtern, ergänzt Freddy Fischer. "Die Integration klappt automatisch", sagt Fischer mit Blick auf seine Erfahrungen aus Essen.

Der ABC Rheinkamp möchte das Projekt auch dazu nutzen, Nachwuchs für den Boxsport zu werben. Filme wie "Rocky" vermittelten ein falsches Bild davon. "Die Leute denken, das kann ich auch", sagt der Vereinsvorsitzende Roman Morawiecz. Das Box-Training habe aber wenig mit Hollywood zu tun. "Fitness und Ausdauer sind gefragt, das ist nicht einfach. Wenn einer von zwanzig Interessenten dabeibleibt, ist das viel."

In den echten Boxsport "reinschnuppern" dürfen Kinder und Jugendliche auch während der Internationalen Deutschen U21-Meisterschaften, die der ABC Rheinkamp vom 2. bis zum 5. November zum vierten Mal im Enni-Sportpark ausrichtet. An drei Tagen können jeweils 30 Jugendliche dort bei Führungen hinter die Kulissen blicken und für ein Probetraining in den Ring steigen.

Wer dabeisein möchte, muss sich per E-Mail anmelden: info@freddyfischer-stiftung.de oder info@klartext-fuer-kinder.de.

Quelle: RP
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