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Moers
Sparda-Bank bleibt nach Sprengung auf unbestimmte Zeit geschlossen

Moers. Die Bankräume am Neumarkt sind stark beschädigt, eine Decke ist einsturzgefährdet. Im laufenden Jahr hat die Polizei in NRW bisher 51 Sprengungen verzeichnet. Von Josef Pogorzalek

Die Wucht der Explosion muss gewaltig gewesen sein, Glassplitter flogen quer über den Neumarkt bis vor das Modehaus Braun. Nach der Sprengung eines Geldautomaten am frühen Sonntagmorgen wurde gestern in und an der Moerser Sparda-Bank aufgeräumt. Die Räume der Filiale sind stark beschädigt. Die abgehängte Decke sei einsturzgefährdet, hieß es gestern. Die Filiale bleibe auf unbestimmte Zeit geschlossen, sagte Spardabank-Pressesprecherin Ulrike Hüneburg.

Wie berichtet war der Geldautomat am Sonntag gegen 4.20 Uhr gesprengt worden. Zwei maskierte, dunkel gekleidete Männer, waren vorher im Vorraum der Bank gesehen worden. Die Täter, einer wurde als muskulös beschrieben, flüchteten mit einer Limousine, BMW M5, in Richtung A 57. Die Polizei hofft auf Zeugenhinweise.

Ob Geld entwendet und wie viel, darüber machten weder die Polizei noch das Kreditinstitut Angaben. Auch zur Frage, ob die Täter von Überwachungskameras fotografiert wurden, gab es gestern keine Auskunft. Alle Sparda-Bank-Filialen würden durch einen externen Dienstleister überwacht, sagte Hüneburg. Die Wachleute informierten im Falle des Falles sofort die Polizei, die in der Regel umgehend vor Ort sei. "Aber die Täter sind in der Regel verdammt schnell." Das habe die Sparda-Bank zuletzt in Oberhausen feststellen müssen, wo ebenfalls einer ihrer Automaten gesprengt worden sei.

In Moers war erst Ende Juni ein Geldautomat in der Deutschen Bank am Neuen Wall gesprengt worden. Die Polizei war schnell genug da, um noch das Fluchtfahrzeug, einen BMW M5 zu sehen, der in Richtung Autobahn preschte. Der Wagen soll am gleichen Tag in Venlo gesehen worden sein.

Die Sprengung in der Sparda-Bank war die 51 in Nordrhein-Westfalen in diesem Jahr, 25 davon ordnet das Landeskriminalamt als Versuch ein - das heißt, dass keine Beute gemacht wurde (der Sparda-Bank-Fall gilt übrigens nicht als Versuch). Im vergangenem Jahr war die Zahl der Geldautomaten-Sprengungen in NRW sprunghaft angestiegen. Hatte die Polizei 2015 noch 67 Taten verzeichnet, so waren es 2016 bereits 136 (davon 66 Versuche). Das LKA vermutet die Täter in den Niederlanden. Eine Ermittlungskommission arbeite eng mit Behörden des Nachbarlands zusammen, sagte LKA-Sprecherin Heidi Conzen. Es sei schwer, der hochprofessionell arbeitenden Täter habhaft zu werden. "Aber wir sind dran."

Quelle: RP
 
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