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Unsere Woche
SPD: Am eigenen Schopf aus dem Sumpf

Moers. Mit einem eindrucksvollen Vertrauensbeweis der SPD-Ortsvereine kann Elke Buttkereit in die Delegiertenversammlung für die Bundestagswahl am 30. September gehen.

Spät, aber dafür umso eindrucksvoller hat die SPD bei der Kandidatenaufstellung für die kommende Bundestagskandidatur noch einmal die Kurve gekriegt. Die Kandidatensuche war zunächst mehr als holprig angelaufen. Als die vier Bewerber aus Moers bereits feststanden, eierte der Krefelder Ortsverein absprachewidrig wochenlang herum, ob er nun einen eigenen Kandidaten aufstellen wollte oder nicht. Dann irritierte der gleiche Ortsverein mit der Forderung nach einer nichtöffentlichen Kandidatendebatte, und schließlich erwies sich bei der Präsentation, dass eine der Kandidatinnen wohl besser in einem Vorabendprogramm für angewandtes Fremdschämen aufgehoben wäre.

Und dann der Knaller aus Moers: Nachdem Krefeld sich nachvollziehbar und Neukirchen-Vluyn wenig überraschend für die Vluynerin Elke Buttkereit entscheiden hatte, sprachen sich auch die Moerser Genossen einstimmig für Buttkereit aus. Das war in dieser Eindeutigkeit nicht unbedingt zu erwarten. Schließlich hätte es auch gute Gründe gegeben, sich für die Rheinkamper Atilla Cikoglu oder Silvia Rosendahl zu entscheiden. Besonders Cikoglu dürfte sich Hoffnungen gemacht haben, gilt er doch als Gewährsmann des Moerser Ortsvereinsvorsitzenden Ibrahim Yetim.

Doch selbst, wenn man keinem der beiden Rheinkamper SPD-Vertretern eine Bundestagskandidatur zutraut, hätte man als Moerser Gründe finden können, nicht für Buttkereit zu stimmen. Hätte ein solches Votum nicht den fragilen Frieden zwischen den beiden Ortsvereinen Rheinkamp und Moers gefährden können? Hätte das nicht in Rheinkamp als Schlag ins Gesicht aufgefasst werden können?

Wahrscheinlich sind die Diskussionen im Rheinkamper Ortsverein zum Teil auch in dieser Richtung geführt worden. Schließlich setzte sich jedoch eine Linie durch, die vor allem Silvia Rosendahl vorgegeben hat. Unter Hintanstellung eigener Interessen ist sie der Argumentationslinie Yetims und des scheidenden Bundestagskandidaten Siegmund Ehrmann gefolgt: Jemand, der in diesem Wahlkreis erfolgreich sein will, muss in der Lage sein, unterschiedliche soziale Milieus anzusprechen. Konkret: Der Kandidat muss sowohl in Repelen und Asberg als auch in Vluyn oder Verberg Stimmen holen. Das scheint nach Lage der Dinge Elke Buttkereit am besten zu können. Yetim und Rosendahl haben die Weichen in die richtige Richtung gestellt. Jetzt kann der SPD-Wahlkampfexpress Fahrt aufnehmen. Ein schönes Wochenende! juergen.stock@rheinische-post.de

Quelle: RP
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