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Moers
SPD-Bundestagskandidaten hinter verschlossenen Türen

Moers: SPD-Bundestagskandidaten hinter verschlossenen Türen
FOTO: spd
Moers. Heute beginnt für die vier potenziellen Bundestagskanidaten der SPD der erste Teil einer dreiteiligen Präsentation. In den Räumen des Krefelder Unterbezirks stellen sich Elke Buttkereit (Neukirchen-Vluyn), Atilla Cikoglu (Rheinkamp), Sabine Groß (Moers) und Silvia Rosendahl (Rheinkamp) den Fragen der SPD-Mitglieder. Der Ortsverein Krefeld hatte sich nach langem Hin und Her entschlossen keinen eigenen Kandidaten aufzustellen. Von Jürgen Stock

Dafür hat der SPD-Ortsverein sich offenbar umso nachhaltiger dafür eingesetzt, dass keine Auswärtigen Einblick in das Seelenleben der Genossen während der Kandidatenkür erhalten. In der Einladung steht ausdrücklich: "Die Veranstaltung ist parteiöffentlich." Zutritt haben also nur SPD-Mitglieder. Das heißt: Journalisten, die nicht der sozialdemokratischen Partei Deutschlands angehören, werden von allen drei Veranstaltungen ausgeschlossen und dürfen nicht berichten.

René Schneider, Unterbezirksvorsitzender der SPD im Kreis Wesel, bestätigte dieses Verbot, das laut Schneider auf Wunsch der Krefelder Genossen zustande gekommen sei. "Die Idee dahinter ist, dass SPD-Mitglieder sich anders verhalten, wenn sie wissen, dass Presse im Saal ist", sagte Schneider. Er persönlich könne diese Argumentation auch nachvollziehen.

Kein Verständnis für diese Maßnahme hat dagegen Silvia Rosendahl, die sich Hoffnungen macht, Siggi Ehrmann als Bundestagskandidatin beerben zu können: "Das erweckt doch nach außen hin den Anschein, als müsste die SPD ihre Kandidaten verstecken", sagt Rosendahl.

Auch ihr Kollege Atilla Cikoglu ist nicht rundum glücklich mit dem Verhalten seines Unterbezirksvorstandes: "Mit uns ist über das Verfahren nicht gesprochen worden. Ich glaube nicht, dass es einen großen Unterschied macht, ob Journalisten im Saal sitzen oder nicht."

Auch die Neukirchen-Vluyner Kandidatin Elke Buttkereit reagiert auf die nicht-öffentliche Präsentation nur mit gedämpfter Begeisterung. Die Entscheidung könne sie "ein Stück weit nachvollziehen."

Die beiden restlichen Veranstaltungen sollen am 2. September in Vluyn und am 9. September in Moers stattfinden. Ebenfalls auf Moerser Stadtgebiet soll dann eine Delegiertenkonferenz - dieses Mal allerdings öffentlich - am 30. September festlegen, wer als Kandidat für den aus den Städten Moers, Neukirchen-Vluyn und dem Krefelder Norden bestehenden Wahlkreis gegen die Bundestagsabgeordnete Kerstin Radomski (CDU) antreten darf.

Quelle: RP
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