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Moers
SPD testet ihre Bundestagskandidaten

Moers: SPD testet ihre Bundestagskandidaten
SPD-Kandidaten in Moers. Von links: Silvia Rosendahl, Atilla Cikoglu, Elke Buttkereit und Sabine Groß. FOTO: Klaus Dieker
Moers. Am Freitag Abend in der Mensa der Hermann-Runge-Gesamtschule. Nach zwei Vorstellungsrunden in Krefeld und in Neukirchen-Vluyn wollen an diesem Abend die Moerser Sozialdemokraten den vier Bewerbern für den Wahlkreis Krefeld-Nord / Neukirchen-Vluyn / Moers aufs Zahnfleisch fühlen. Von Jürgen Stock

Gefühlt hatte die ersten beiden Runden Elke Buttkereit aus Neukirchen-Vluyn für sich entscheiden. Doch bei der Delegiertenkonferenz am 30. September reichen die Stimmen aus Moers, Kapellen und Rheinkamp theoretisch, einen Kandidaten aufs Schild zu heben. Für Atilla Cikoglu (Rheinkamp), Sabine Groß (Moers) und Silvia Rosendahl (Rheinkamp) geht es also darum, Punkte zu sammeln, um möglicherweise gegen Buttkereit in die Stichwahl ziehen zu können. Aber auch Buttkereit hofft auf Unterstützer aus Moers.

Möglich, dass sie die gestern gewonnen hat. Machte sie schon bei der Vorstellungsrunde keine schlechte Figur, schien sie mit ihren Schlussworten das Herz der etwa 70 anwesenden Sozialdemokraten am ehesten erreicht zu haben, auch wenn das Wort "bodenständig" ihr etwas zu oft über die Lippen kam.

Wie schon in den vorigen Runden hatte Moderator und Unterbezirks-Geschäftsführer Jörg Lorenz ein Frage- und -Antwortespiel vorbereitet, das allen Kandidaten gleiche Redzeit garantierte, aber letztlich nicht dazu führte, dass sich die Bewerber politisch klar voneinander abgrenzen konnten.

Das lag zum einen an den Fragen, die zum Teil so gestellt waren, dass die Antworten für einen Sozialdemokraten praktisch vorgegeben waren. Soll der Spitzensteuersatz erhöht werden? Antwort vier mal ja. Vermögenssteuer einführen? Das gleiche Ergebnis.

Möglicherweise hing die fehlende Trennschärfe aber auch mit Ähnlichkeiten in der Biografie zusammen. Alle entstammen klassischen sozialdemokratischen Milieus und haben sich entsprechend das Thema "soziale Gerechtigkeit" auf die Fahnen geschrieben. Unterschiede bewegen sich da im Nuancen-Bereich. So stellte Buttkereit etwa, die bei Paradies-Betten arbeitet, das Thema "Wirtschaft" stärker in den Vordergrund als ihre Mitbewerber.

So dürften bei den Mitgliedern weniger Sachfragen das Pendel zugunsten des einen oder anderen bewegt haben, sondern die Persönlichkeit der Kandidaten. Hier erntete Rosendahl immerhin einen Anerkennungs-Lacher, als sie, nach ihren Schwächen gefragt, antwortete: "Eiskonfekt."

Nachdem Krefeld sich bereits für Buttkereit ausgesprochen hat, werden nun die Ortsvereinsvorstände (Neukirchen-Vluyn, Moers, Kapellen und Rheinkamp) zusammentreten und eine Empfehlung erarbeiten. Allerdings, so ein Besucher gestern vielsagend, bedeute das ja noch nicht, dass die Delegierten der Empfehlung auch folgen werden.

Quelle: RP
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