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Moers
Spektakel um den Förderturm

270.000 Menschen besuchen die "Extraschicht" 2017
270.000 Menschen besuchen die "Extraschicht" 2017 FOTO: Christoph Reichwein
Moers. Zur diesjährigen Ausgabe des Ruhrgebiets-Festes ExtraSchicht kamen erstaunlich viele Besucher über den Rhein, um die Grafschafter Zeugnisse der Industriekultur zu besichtigen und mitzufeiern. Von Jutta Langhoff

Musik, Theater und Comedy, eine Fotoausstellung, fachkundige Führungen und beeindruckende Lichtinstallationen, die "ExtraSchicht" am Moerser Schacht IV hatte wahrlich einiges zu bieten am Samstag. Entsprechend hoch war die Zahl der Besucher. Trotz Nieselregens kamen die ersten schon pünktlich um 18 Uhr, um sich in der vom Grafschafter Museums- und Geschichtsverein liebevoll erhaltenen Maschinenhalle der ehemaligen Zeche Rheinpreußen vom Knappenchor Rheinland auf das weitere abwechslungsreiche Programm einstimmen zu lassen. Noch waren die meisten Gäste aus Moers und Umgebung, doch das sollte sich bald ändern.

Der für die diesmal insgesamt 46 "ExtraSchicht"-Spielorte eingerichtete Shuttlebus-Verkehr brachte im Laufe des Abends auch zahlreiche Besucher aus den Ruhrgebietsstädten in die Grafenstadt. So zum Bespiel die fünfköpfige Familie von Mirko Sonntag und Christa Oberländer aus Oberhausen. Auch sie hatten ihre Tour zunächst in ihrer Heimatstadt begonnen, waren dann aber nach Moers weitergefahren, weil sie dort das "Industrielle" des dortigen Spielortes "gereizt" hatte. Entsprechend gut gefiel ihnen hier der von oben bis unten rot beleuchtete Förderturm, obwohl Vater Mirko ihn als Zeichen für einen Sieg Schalkes in der bundesdeutschen Fußballmeisterschaft noch lieber in Blau-Weiß gesehen hätte. Marianne und Robert Eger aus Mülheim waren dagegen mit dem eigenen Auto angereist. "Uns sind die Busse einfach zu voll", begründeten sie ihren Verzicht auf den kostenlosen Shuttle-Dienst. Für sie war es bereits die vierte "ExtraSchicht". In Moers waren sie dabei aber bisher noch nicht gewesen. Sie hatten sich gerade die erste der beiden an diesem Abend dargebotenen Aufführungen des Moerser Schlosstheater-Ensembles, eine feierliche Heirat mit dem Pütt, angesehen. Dass die Maschinenhalle dabei ziemlich voll war, und man vor allem in den hinteren Reihen nicht so gut hatte sehen können, fanden sie eher "kuschelig". Auch für sie war ihr letztes Ziel an diesem Abend das musikalische Feuerwerk im Duisburger Landschaftspark Nord: "Mehr als drei Sachen sollte man nicht machen, sonst wird es zu viel."

Dabei hätten sie in Moers noch einige weitere unterhaltsame Dinge erleben können. So gab es in der Maschinehalle an diesem Abend noch ein allgemeines Singen mit drei Vertretern der Moerser Musikschule, natürlich einschließlich des Steigerliedes, ein Chorkonzert des A-Cappella-Frauenchors "Witches of Pitches", einen Auftritt des derben Ruhrpott-Comedian Markus Krebs und nicht zuletzt nach Mitternacht ein ebenfalls großes Feuerwerk am Moerser Förderturm. Dazwischen konnten sich die Besucher bis ein Uhr nachts von fachkundigen, ehemaligen Kumpels durch die Räume des heutigen Industriedenkmals Schacht IV führen lassen oder mit Anbruch der Dunkelheit miterleben, wie die einstige Fördermaschine mit Hilfe einer raffinierten Licht- und Farbillumination der beiden Lichtkünstler Wolfgang Schubert und Rolf Arno Specht scheinbar wieder zum Leben erwachte. Zum Schluss machte dann für alle, die bis dahin noch nicht müde waren, die Rock- und Coverband "Frank & his friends" bis in die frühen Morgenstunden hinein in der gegenüber liegenden Gaststätte "Generation Live" Musik zum Abzappeln oder einfach nur zum entspannten Zuhören. Parallel zum "ExtraSchicht"-Programm am Rheinpreußen-Schacht IV fand in diesem Jahr zum ersten Mal auch eine interaktive Lichtshow in der alten Maschinenhalle Pattberg und eine Kommunikationsaktion der Kamp-Lintforter Amateurfunker auf der benachbarten Halde statt.

Mit einem spektakulären Feuerwerk wurde die Exttraschicht am ehemaligen Schacht IV in Hochstraße begleitet. FOTO: Christoph Reichwein
Quelle: RP
 
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