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Der SSV bleibt drin: "Malle" wird's spüren

Lokalsport: Der SSV bleibt drin: "Malle" wird's spüren
Gute Freunde kann niemand trennen: Thilo Munkes, Trainer des SSV Lüttingen (links), und Borths Coach Willi Hermanns gratulieren sich gegenseitig. Munkes und sein Team bleiben in der A-Liga, der TuS verlangte Lüttingen alles ab. FOTO: Armin Fischer
Kreis. Das Team aus Lüttingen verteidigt seinen Platz in der Kreisliga A mit dem 1:0-Sieg beim TuS Borth. Die Gastgeber beenden das letzte von drei Relegationsspielen nach drei Platzverweisen zu acht. Von Detlef Kanthak

Eilig hatten es die Fußballer des SSV Lüttingen. Vor dem Platz des TuS Borth wartete das Taxi, das die auf die auf ihren Koffern sitzenden Kicker zum Flughafen bringen sollte. Die Mannschaftsfahrt nach Mallorca, wegen der Relegationsrunde in Gefahr, konnte noch verschoben werden. Und besser hätte das Timing auch nicht sein können. Im letzten Spiel der Dreierrunde war dem SSV eine Stunde zuvor mit dem 1:0 (0:0) in Borth der zweite Sieg gelungen. Lüttingen bleibt der A-Liga erhalten, und "Malle" wird es zu spüren bekommen.

Eine halbe Stunde lang traten beide Mannschaft mit mehr Respekt denn Heldenmut an. Ein Distanzschuss von Kapitän Fabian Wenten. der über das Borther Tor strich, das war alles, was das Herz des SSV erwärmen konnte. Für den TuS versuchte sich Andreas Dargel mit vergleichbarem Erfolg. Sehr spektakulär wirkte auch der lange Ball nicht, der in der 32. Spielminute auf die Seitenlinie der Lüttinger Hälfte zutrudelte. SSV-Keeper Martin Sackers lief hin, und von der anderen Seiten nahm Marino Perkowski den Vergleich auf. Der Borther rutschte in den Gästetorhüter und verletzte Sackers mit seinem Knie am Kopf. Schiedsrichter Samet Alpaydin blieb keine andere Wahl als Perkowski vom Feld zu schicken. Für Sackers ging es nicht weiter. Weil der SSV ohne zweiten Keeper auf der Bank angereist war, schlüpfte Mirko Poplawski in den Torwartdress. Dem als defensiver Mittelfeldspieler gestarteten neuen Torsteher muteten seine Mitspieler nicht allzu viel Arbeit zu. Poplawski Augenmerk vor der Pause lag darin, Rückpässe seiner Mitspieler schadlos zu verarbeiten.

Nach dem Seitenwechsel steigerte der SSV, der mit Maik Schmitz seine Offensivabteilung verstärkte, das Tempo. Zehn Borther hielten dagegen und erarbeiteten sich ein Gleichgewicht. Die Mannschaft verpasste ihre beste Möglichkeit, als Dargel eine Flanke von Armin Schüler nicht erreichte. Drei Minuten vor dem Abpfiff schien der SSV in Person von Maik Schmitz auf dem Weg zum Treffer des Tages. Marcel Enk fuhr sein Bein aus und dem Lüttinger in die Parade. Alpaydin zückte nach der Notbremse wieder Rot. Und damit nicht genug: Der bereits im ersten Abschnitt verwarnte Christoph Albert musste sich in der Nachspielzeit nach einem Foul am durchlaufenden Bastian Johann erst die zweite gelbe Karte und sofort danach den roten Karton anschauen.

Was blieb war der letzte verzweifelte Versuch von acht wackeren Borthern doch noch Vereinsgeschichte zu schreiben. Aber auch der letzte Eckstoß prallte im Lüttinger Block ab. Schmitz schnappte sich den Ball in der eigenen Hälfte, rannte dem leeren Tor entgegen, schob zum 0:1 ein und beendete so einen spektakulären und dramatischen Kampf. Schiri Alpaydin beendete die Partie mit Lüttinger Jubel und Borther Enttäuschung.

"Unser Problem war die frühe Rote Karte", fasste Willi Hermanns, Trainer des TuS, die 101 Minuten zusammen. "Und trotzdem, wir haben uns auch in Unterzahl sehr gut präsentiert." Auch sein Kollege auf der Gegenseite mochte keinen Klassenunterschied zwischen Sieger und Verlierer feststellen. "Der Sieg und der Klassenerhalt sind schön für uns", freute sich Thilo Munkes. "Aber genauso gut hätten wir am Ende auch enttäuscht auf dem Rasen liegen können", zollte er der engagierten Leistung des TuS Respekt.

Quelle: RP
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