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Fußball
Jetzt gar "besser" als Heynckes

Trainer Tim Wilke peilt mit seinem Team, dem Fußball-B-Ligisten Alemannia Kamp, mit Riesenschritten den Wiederaufstieg in die Kreisliga A an. So zu sagen als Konsequenz des Misserfolgs in der Saison zuvor. Von Detlef Kanthak

Die Leidenszeit von Mirko Slomka hat am vergangenen Samstag endlich ihr Ende gefunden. Der Trainer des Bundesligisten Hannover 96 feierte mit seiner Elf in Freiburg nach sechs Pleiten seit seinem Antritt endlich seinen ersten Sieg. "Ich kann mir schon vorstellen, wie der sich zuvor gefühlt hat", sagt Tim Wilke, der offensichtlich mit dem Coach aus der niedersächsischen Landeshauptstadt mit gelitten hat.

Dem 34-Jährigen, lange Jahre als Mannschaftsführer im Dress des Landesligisten GSV Moers tätig, hat es nämlich vor Jahresfrist noch ärger getroffen. Wilke hatte da die Nachfolge von Guido Schnitzerling auf der Trainerbank des A-Ligisten Alemannia Kamp übernommen. Satte elf Spiele dauerte es, bis die Elf vom Kloster den ersten Sieg einfuhr. Am Ende fehlten drei Zähler zum Klassenerhalt.

Aus dem Slomka der Kreisliga A ist allerdings inzwischen der Jupp Heynckes der B-Liga geworden. Bis zum Leverkusener Ausrutscher in Nürnberg am vergangenen Sonntag durfte sich der älteste Trainer in der Bundesliga darüber freuen, dass für sein Team das Wort "Niederlage" aus dem Vokabular gestrichen war. In Kamp steht allerdings immer noch die "Null"; die Konkurrenz hechelt hinterher und dürfte im Rennen um den Aufstieg wohl den Kürzeren ziehen.

Scharte sofort wieder auswetzen

So macht Fußball natürlich Spaß. Doch für den Trainer stellt der Erfolg lediglich die Konsequenz des vorherigen Misserfolgs dar. "Die Mannschaft hat die Karre in den Dreck gesetzt", erklärt Wilke. "Und jetzt zieht sie sie da auch wieder raus!" Auch der Trainer hat aus dem Abstieg seine Motivation gezogen, in Kamp zu bleiben. "Die Scharte wollte ich ausgerechnet an meiner ersten Trainerstation natürlich sofort wieder auswetzen", gibt er zu.

Die Grundlage dafür wurde schon in den letzten Wochen der verkorksten A-Liga-Saison gelegt, als Wilke eine Reihe talentierter A-Junioren ins Team integrierte. Mit Volker Hermann und Christian Lupsic kehrten im Sommer zudem zwei Routiniers in die Mannschaft zurück. Rund 20 Spieler begrüßt Wilke seitdem beim Training.

Und auch außerhalb des Platzes stellt sich die Kamper Auswahl als Einheit dar. "Der Zusammenhalt im Team ist äußerst groß, die Spieler unternehmen auch privat viel gemeinsam", berichtet der Trainer, der zwar offiziell seinen Job unterhalb des Klosters noch nicht verlängert hat, dort aber verständlicherweise gern weiter arbeiten würde. "Die Arbeit macht hier nun mal viel Freude", erklärt Wilke, dessen Gedanken schon auf dieKreisliga A gerichtet sind. "Der Kader soll zusammen bleiben. Auf einigen wenigen Positionen könnte er noch verstärkt werden", plant er bereits für die nächste Spielzeit. In Hannover wird Mirko Slomka daran wohl noch keinen Gedanken verschwenden.

Quelle: RP
 
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