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Volleyball
Steigerung, aber Moers verliert dennoch

Volleyball: Steigerung, aber Moers verliert dennoch
Wertvollster Spieler und eifrigster Punktesammler für den Moerser SC war einmal mehr Mark Plotyczer gestern Abend bei der 0:3-Niederlage seiner Mannschaft beim VfB Friedrichshafen. FOTO: sab
Moers/Friedrichshafen. Beim Tabellenführer der Volleyball-Bundesliga unterlagen die Adler gestern Abend mit 0:3. Der VfB Friedrichshafen setzte den Moersern vor allem mit seinen Aufschlagsserien zu. Die Gäste hielten unterdessen mit hohem Risiko dagegen. Von Nils Jansen

Vorab: Es war wieder eine Annäherung an die Leistung besserer Tage festzustellen, was der Moerser SC gestern Abend beim VfB Friedrichshafen ablieferte. Freilich reichte die angekündigte Wiedergutmachung für das Desaster gegen Aufsteiger Coburg/Grub vom vergangenen Mittwoch nicht, um den vielfachen Deutschen Volleyball-Meister vom Bodensee auch nur annähernd in Verlegenheit zu bringen. Das 0:3 (17:25, 21:25, 16:25)-Resultat vom drittletzten Spiel der Adler in der Bundesliga-Hauptrunde spiegelt Zweierlei wider: Der MSC ist erstens noch nicht wieder dort angekommen, wo er am 29. Januar beim 3:2-Erfolg über den TV Bühl bereits leistungsmäßig stand, und zum zweiten stellt VfB-Trainer Stelian Moculescu ein Team auf, das in Deutschland im weiteren Saisonverlauf nur schwer zu schlagen sein wird.

Was die "Häfler" in eigener Halle vor rund 1500 Zuschauern an Aufschlägen auf die bedauernswerten Gäste abfeuerten, sucht seinesgleichen in der Eliteliga. Acht Asse in drei Sätzen sagen viel aus über die Härte und Qualität der meist bulgarisch geprägten Salven. Ventceslav Simeonov, Valentin Bratoev und Baptiste Geiler deckten die Moerser kanonenhaft mit ihren Services ein. Das führte zu acht direkten Annahmefehlern – fast gleichmäßig verteilt auf Libero Óscar Rodriguez (2), Nicolas Marks (3) und Mark Plotyczer (2). Die Gastgeber machten sich nicht einmal die Mühe, einen speziellen Moerser Annahmespezialisten aufs Korn zu nehmen. Selbstbewusst ballerten sie den Niederrheinern die Aufschläge um die Ohren, egal, wer gerade dort Position bezogen hatte. "Das war heute unser Hauptproblem", meinte MSC-Trainer Chang Cheng Liu nach dem Spiel. "Unsere Annahme war damit so beschäftigt, die Bälle einigermaßen im Spiel zu halten, dass ein weiterer Aufbau kaum in dem Maße möglich war, wie wir es brauchen, um druckvoll über alle Angriffspositionen spielen zu können. So ist dann kaum noch etwas über unsere ansonsten recht starke Mitte gelaufen."

Fast immer sahen sich die Moerser Akteure einem Friedrichshafener Doppelblock gegenüber gestellt. 13:2 Blockpunkte lautete auch diese aus MSC-Sicht ernüchternde Bilanz. Wenn einer der Grafenstädter einigermaßen Erfolg mit seinen Aktionen hatte, dann war es erneut Plotyczer. Seine 13 Punkte sind am Bodensee durchaus ein ehrenwertes Resultat. So sah es auch VfB-Coach Stelian Moculescu, der ihn zum wertvollsten Spieler des Gegners berief. Und so dürfte die Kerze, die die Frau des MSC-Abteilungsleiters, Brigitte Heisig, während der Hinfahrt in einer Kirche am Bodensee für das Moerser Team anzündete, auch heute noch friedlich vor sich hinglimmen.

Quelle: RP
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