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Handball
TuS-Frauen verpassen Zweitliga-Aufstieg

Handball: TuS-Frauen verpassen Zweitliga-Aufstieg
Yvonne Fillgert war im Rückspiel gegen Haunstetten ein Aktivposten im Spiel des TuS und mit sieben Treffern die beste Torschützin. FOTO: S. Wensierski
Kamp-Lintfort. Die Lintforter Handballerinnen trennten sich im Relegationsrückspiel der beiden Drittliga-Vizemeister vor heimischer Rekordkulisse 25:25 vom TSV Haunstetten und konnten damit die Niederlage aus dem Hinspiel nicht wettmachen. Von Uwe Thelen

Hängende Köpfen auf der einen Seite, ausgelassener Jubel auf der anderen Seite. Vor eignem Publikum kam der TuS Lintfort im Relegationsspiel zum Aufstieg in die Zweite Handball-Bundesliga gegen den TSV Haunstetten nicht über ein 25:25 (15:10) hinaus. Nach der 25:30-Niederlage im Hinspiel zerplatzten die Aufstiegsträume der Klosterstädterinnen damit wie eine Seifenblase, obwohl mit Blick auf den Spielverlauf mehr möglich gewesen wäre.

Vor einer imposanten Kulisse von 937 zahlenden Zuschauern, die der Partie einen absolut würdigen Rahmen verliehen, hatte die Lintforter Trainerin Bettina Grenz-Klein mit Ausnahme der angeschlagenen Leonie Lambertz ihren kompletten Kader zur Verfügung. In der Anfangsformation standen Jessica Jochims, Yvonne Fillgert, Prudence Kinlend, Eefje Huijsmans, Alina Grijseels.

Vanessa Dings und Tatjana van den Broek. Um nicht wie im Hinspiel erneut überrascht zu werden, änderte der TuS seine Taktik und begann gleich mit einer Sonderbewachung gegen Patricia Horner, dem Dreh- und Angelpunkt des Gästeteams. Zumindest gelang es dem TuS, nach wenigen Minuten nicht gleich einem höheren Rückstand hinterherlaufen zu müssen. In der Anfangsphase gelang es keiner der beiden aufopferungsvoll kämpfenden Mannschaften, mit zwei Toren Vorsprung in Führung zu gehen. Die Lintforterinnen hatten sich zwar im Vergleich zum Hinspiel in der Abwehr besser auf den Gegner eingestellt, allerdings agierten sie im Angriff ein wenig zu statisch und in manchen Situationen fehlte auch die Bewegung ohne Ball.

Die gegnerische Defensive war wie bereits vor zehn Tagen nur schwerlich zu knacken. Ab der 19. Minute änderte sich das Bild jedoch schlagartig, als Caroline Mook eingewechselt wurde. Als vorgezogenen Abwehrspielerin brachte sie die Gäste völlig aus dem Konzept, die in den folgenden fünf Minuten keinen Treffer mehr erzielten. TSV-Trainer Herbert Vornehm versuchte, seine Mannschaft in einer Auszeit neu einzustellen, was jedoch nur kurzfristig gelang. Innerhalb von fünf Minuten zogen die Klosterstädterinnnen auf 15:10 davon. Angetrieben von einer glänzend aufgelegten Alina Grijseels und einer extrem treffsicheren Yvonne Fillgert war der Rückstand bis zum Halbzeitpfiff egalisiert.

Nach dem Seitenwechsel schien der Rückstand bei den Gästen Wirkung zu zeigen, obwohl sie Alina Grijseels in "Manndeckung" nahmen. Innerhalb kürzester Zeit warfen sie zwei Siebenmeter-Strafwürfe neben das Lintforter Tor. Zudem hatten sie noch eine Schrecksekunde zu überstehen. Bei einer Angriffsaktion prallte TSV-Regisseurin Horner mit TuS-Abwehrspielerin van den Broek zusammen. Während die Lintforterin nach kurzer Behandlung wieder aufstand, musste Horner länger versorgt werden. Mit einer blutenden Nase wurde sie zur Auswechselbank gebracht, konnte jedoch kurz darauf wieder in das Geschehen eingreifen.

In dieser Phase versäumten es die Gastgeberinnen, den Sack zuzumachen, weil sie die sich bietenden Chancen nicht nutzten, jedoch den Vorsprung halten konnten. Mitte der zweiten Halbzeit kam dann ein Bruch in das Spiel. Caroline Mook wurde nach ihrer dritten Zeitstrafe mit der Roten Karte vorzeitig unter die Dusche geschickt. Eine mehr als unglückliche Entscheidung der Schiedsrichter, weil sie an der geahndeten Abwehrsituation nicht beteiligt war.

Als dann neben Grijseels auch noch Kinlend an die kurze Leine gelegt wurde, lief im TuS-Angriff nicht mehr viel zusammen. Spätestens fünf Minuten vor dem Abpfiff war dann wohl auch den kühnsten Lintforter Optimisten klar, dass es mit dem Aufstieg nichts mehr wird, dennoch ließen sich die Fans nicht davon abhalten, die Spielerinnen bis zur letzten Sekunde anzufeuern und zu feiern. Auch wenn beim TuS nach dem Schlusspfiff einige Tränen flossen, es war eine Werbung für den Handball.

Quelle: RP
 
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