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Zwei Brüder gehen auf große EM-Reise

Lokalsport: Zwei Brüder gehen auf große EM-Reise
Jörg (l.) und Daniel Hahn vor dem Zelt, das sie für die EM-Reise gekauft haben. In den Händen halten die Brüder ihre Tickets. FOTO: Ostermann
Sonsbeck. Daniel und Jörg Hahn aus Sonsbeck haben nicht nur Eintrittskarten für die drei Gruppenspiele der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. Mit ihren Team-Follower-Tickets würden sie Jogis Jungs bis ins Finale begleiten. Von Rene Putjus

Als ganz Fußball-Deutschland im Sommer 2014 den Weltmeister-Titel feierte, schmiedeten sechs Freunde aus Sonsbeck den Plan, in zwei Jahren die Nationalmannschaft bei der EM in Frankreich vor Ort zu unterstützen. Von dem Sextett ist ein Duo übriggeblieben - Daniel (36) und Jörg (40) Hahn. Morgen brechen die Brüder nach Lille auf. Wenn die Adlerträger mitspielen, werden die zwei am 10. Juli beim Finale im Stade de France in Paris dabei sein. Beide hatten Losglück. Mit den sogenannte Team-Follower-Tickets dürfen die Hahns Jogis Jungs durchs Turnier begleiten. Dafür hat jeder 772 Euro überwiesen.

Jörg Hahn hat sich für das EM-Abenteuer schon vor Wochen einen Schnellhefter zugelegt und darin seinen individuellen EM-Spielkalender abgeheftet. Auf den ersten Seiten steht "Plan A", auf denen dahinter "Plan B". Welcher Plan zum Einsatz kommt, hängt von der Platzierung ab, die die deutschen Elitekicker in ihrer Vorrundengruppe erreichen. Platz eins oder Rang zwei. Andre Spielorte, andere Reiseroute. Die Hahns mussten vorausschauend planen. Denn sie werden nicht durchgehend in Frankreich sein. Während Daniel in den Wochen der Europameisterschaft frei hat, muss Jörg zwischendurch arbeiten. Sollte die deutsche Nationalmannschaft tatsächlich das Finale erreichen, hätten die Alt-Herren-Fußballer des SV Sonsbeck rund 5000 Kilometer zurückgelegt. "Es geht leider nicht anders. Aber die Fahrerei nehme ich gerne in Kauf", sagt Jörg Hahn, der als Fachkraft für Arbeits- und Berufsförderung sein Geld verdient.

Die erfahrenen Fußball-Abenteurer, die schon etliche Reisen hinter sich haben, sind gut vorbereitet. Ein neues Zelt ist gekauft, zudem wissen sie bereits, wo und wann die Busse des DFB-Fanclubs losfahren - als Alternative zum eigenen Pkw.

Morgen werden die Hahns mit dem Auto die dreieinhalb Stunden nach Lille fahren. Übernachtet wird im Hotel, montags geht's zurück nach Sonsbeck. Am 16. Juni setzt sich der EM-Ausflug um 4 Uhr von Bochum aus mit dem Bus nach Paris fort. Gleich nach dem Abpfiff folgt die Rückfahrt. Am 21. Juni geht's erneut von Bochum aus mit anderen Fans nach Paris - diesmal schon um 1 Uhr. Eine Übernachtung in der Stadt der Liebe ist zeitlich nicht drin. Für die drei Gruppenpartien haben die Hahn-Brüder ihre Tickets schon erhalten. Für die dann folgenden Begegnungen waren Voucher in den Briefumschlägen. Sie sind felsenfest davon überzeugt, dass aus ihren Gutscheinen Eintrittskarten werden. "Wir holen Platz eins in der Gruppe C", meint Daniel Hahn, der wie Jörg nicht daran zweifelt, dass Jogis Elf ins Endspiel einzieht.

Zumal ihr "Plan A" längere Aufenthalte im schönen Bordeaux und Südfrankreich mit sich bringen würde. Kurz vor dem Finale müssten die Hahns dann nochmals nach Hause, weil Kumpel Heiner Gesthuysen am 9. Juli heiratet. Die Reisestrapazen nehmen die zwei gerne in Kauf. Sie haben schon einige Spiele der Nationalmannschaft im Ausland miterlebt. Nicht immer mit schönen Erinnerungen. Während der WM 1998 wurde Daniel Hahn in Paris Opfer eines Überfalls. Diebe bedrohten ihn und stahlen den Geldbeutel. Bei der EM 2016 fühlt sich der Brauer, der bei Diebels arbeitet, sicherer als damals. Schließlich werde wegen der Gefahr vor Terroranschlägen viel Polizei unterwegs sein. Angst haben die beiden deshalb nicht. "Wir lassen uns die EM nicht versauen. Man ist vielleicht ein bisschen wachsamer", sagen die Brüder unisono. Einig sind sie sich auch darin, "dass Deutschland den Titel holt". Und die Hahns auf der Tribüne mitfeiern.

Quelle: RP
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