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Moers
Stadt will Freifunk-W-Lan mit 5000 Euro unterstützen

Moers: Stadt will Freifunk-W-Lan mit 5000 Euro unterstützen
Ein freies W-Lan für Moers (auf dem Bild die Steinstraße) scheint greifbar nahe. Einzelne Freifunk-Knotenpunkte gibt es bereits in der Stadt. FOTO: crei (archiv)
Moers. Mithilfe der Freifunk-Initiativen kann schnell ein flächendeckendes freies W-Lan-Angebot in Moers eingerichtet werden. Davon ist die Stadtverwaltung überzeugt. Sie möchte die Freifunker in Moers mit 5000 Euro unterstützen. Damit könnten unter anderem 100 Router beschafft und mit einer Software ausgestattet werden. Mit den Routern soll der Ausbau des Netzes beschleunigt werden. Von Josef Pogorzalek

Freifunker ermöglichen in bürgerschaftlichem Engagement anderen einen freien W-Lan-Zugang. Dies geschieht über einen Router, der mit einer speziellen Software versehen und mit dem heimischen Router verbunden wird. "Der Freifunk-Router stellt eine eigene, technisch vom heimischen Router getrennte Verbindung mit dem Freifunknetz her und nutzt nur einen Teil der insgesamt verfügbaren Bandbreite des heimischen DSL-Anschlusses für die Öffentlichkeit", heißt es in einer Verwaltungsvorlage für den Hauptausschuss, der sich am 13. Mai mit dem Thema befassen wird. Seit kurzer Zeit gebe es eine Freifunk-Initiative (www.freifunk-moers.de) sowie erste Freifunk-Router in der Innenstadt (Kö, Homberger Straße, Wallzentrum, Kirchstraße). Das Interesse unter den Geschäftsleuten wachse.

Überblick: Hier gibt es städtisches Gratis-W-Lan

Wichtig ist die Frage nach der Haftung bei Rechtsverletzungen im Netz. Dazu heißt es in der Vorlage: "Freifunk-Router, die in Moers angeschlossen werden, bauen ausschließlich eine Verbindung zu einem Server des Freifunk Rheinland e.V. auf. Dieser Server leitet die Anfrage ins Internet weiter. Bei Rechtsverletzungen ist somit lediglich der Server des Vereins für potenzielle Abmahn-Anwälte sichtbar, jedoch nicht der Internetanschluss, der für Freifunk zur Verfügung gestellt wird. Da nicht gespeichert wird, wer wann was über das Freifunk-Netz kommuniziert hat, kann der Verein auch nicht entsprechende Daten an Rechteinhaber herausgeben."

Freifunk-Router sind mit 20 bis 50 Euro recht preisgünstig. Und: Selbst wer keinen eigenen Internetanschluss habe, könne sich am Ausbau des Netzes beteiligen: "Hierzu ist es allein erforderlich, einen Freifunkrouter an den Strom anzuschließen, da die Router sich automatisch untereinander verbinden und das Signal weiterleiten."

Der Vorteil für die Stadt liegt in geringen Kosten. Ein freies W-Lan in Zusammenarbeit mit kommerziellen Anbietern wäre für die Stadt dagegen vergleichsweise teuer: Allein für die "Shopping-Bereiche" in der Innenstadt müssten wohl über 50 Zugangspunkte (Access Points) in Betrieb genommen werden. Die Kosten für zehn Access Points werden mit einmalig mindestens 1000 Euro und laufend jährlich mindestens 600 Euro angegeben.

Das Bündnis für Moers hatte im September 2014 die Verwaltung gebeten, die die Möglichkeiten eines freien W-Lans in der Stadt auszuloten. Die CDU-Fraktion hat sich bereits für die Freifunk-Lösung ausgesprochen.

Quelle: RP
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