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Bescherung für bedürftige Senioren

Moers. Advent, das ist auch die Zeit der "Wunschbäume": In vielen Einrichtungen und Geschäften stehen sie und laden dazu ein, Kindern aus Familien mit schmalem Geldbeutel etwas zu schenken und eine Freude zu machen. Doch warum muss es dabei immer um Kinder gehen? "Wir haben genug alte Menschen, die kaum Geld zum Leben haben", findet Andrea Kleinlützum, Teamleiterin im Real-Markt an der Hülsdonker Straße. Bereits im vergangenen Jahr hatte sie angeregt, dass bedürftige Senioren von der seit 2006 bei ihrem Arbeitgeber laufenden Wunschbaumaktion profitieren sollten - mit Erfolg.

Jetzt waren die Real-Kunden erneut aufgerufen, für 15 Euro eine Geschenktüte zu kaufen, die in den Tagen vor Weihnachten an Senioren weitergereicht wird. Die Waren in den Tüten sind allerdings mehr wert, nämlich insgesamt 34 Euro. "Es handelt sich um Spenden der Produkthersteller und unserer Lieferanten", sagte Kleinlützum gestern. "Es sind Sachen, die sich alte Menschen mit wenig Geld nicht selbst kaufen: Kaffee, Sekt, Spekulatius, Nüsse, Wurst, Pralinen." Sie findet es toll, dass Kunden innerhalb von zweieinhalb Wochen insgesamt 50 Tüten erwarben. "15 Euro sind viel Geld, trotzdem gab es Kunden, die gleich vier gekauft haben."

Die Verteilung der Geschenktüten sowie weiterer Spenden, die nicht mehr reinpassen (zum Beispiel Wurstkonserven) erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Seniorenbüro des Caritasverbands Moers-Xanten. "Die Sachen werden wir ohne Probleme los", sagte Dominique Petroff, beim Caritasverband zuständig für die Senioren- und Wohnberatung. Sie und ihre Kollegen kennen viele alte Menschen, denen 300 Euro und weniger monatlich für Lebensmittel, Kleidung und andere Ausgaben bleiben. "Sie verzichten oft auf eigene Sachen, damit sie den Enkelkindern eine Tafel Schokolade kaufen können", ergänzte Thomas Kegler, Fachbereichsleiter Ambulante Altenhilfe. Es gebe viele Senioren, die gar nicht wüssten, dass ihnen eine Grundsicherung zustehe. Andere scheuten den Gang zum Sozialamt. "Da müssen wir manchmal Überredungsarbeit leisten", sagte Dominique Petroff. Andrea Kleinlützum findet, dass dieses Problem zu wenig wahrgenommen werde: "Es gibt heute so viele Teilzeitkräfte und 450-Euro-Jobs. Die Altersarmut wird künftig weiter zunehmen."

Josef Pogorzalek

Quelle: RP
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