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Moerser Volkshochschule
Besuch in der NS-Ordensburg Vogelsang

Moers. Die Studienfahrt zu dem seit September 2016 neu gestalteten Gelände, das die belgische Armee erst nach der Jahrtausendwende freigegeben hatte, war organisiert von der Moerser Volkshochschule, dem Verein "Erinnern für die Zukunft" und dem Partnerschaftsverein Ramla-Moers.

Unter fachkundiger Anleitung besuchten die Gäste einige der über das Gelände verzweigten historischen Gebäude, bewunderten die Berglandschaft bis zu den Stauseen von Urft- und Rur und staunten über Größe und Wucht der 100-Hektar-Gesamtanlage. Die Einrichtung von vier NS-"Ordensburgen", die der Förderung des Führungsnachwuchses der NSDAP dienen sollten, suchte von Anbeginn eine Parallelität zu den mittelalterlichen Deutschordensburgen und einer Kolonisierung des Ostens.

Der Bau begann bereits 1934, doch schon der erste Lehrgang mit 500 Anwärtern im Jahr 1936, gestartet im pommerschen Krössinsee und fortgesetzt in Vogelsang, konnte nicht wie beabsichtigt im bayerischen Sonthofen fortgesetzt werden. Und auch die vierte Ordensburg - jene neben der Marienburg bei Danzig - ging gar nicht erst in Bau. Am Nachmittag konnten die Teilnehmer das weitläufige Gelände erwandern und dabei Körperkult und Männlichkeit bewundern, wie sie in monumental-heroischen Skulpturen zum Ausdruck kommen. Die meisten besuchten die neue Ausstellung "Herrenmenschen", die nicht nur Rekrutierung und Wege in dieser Führungselite erläuterte, sondern auch aufzeigte, wie die neuen Ordensburg-Junker bei ihrem - schon immer geplanten - späteren Einsatz in der Zivilverwaltung der Reichskommissariate Ostland und Ukraine maßgeblich an Kriegsverbrechen beteiligt waren.

Quelle: RP
 
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