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Ausstellung
Geheimnisse zwischen Himmel und Erde

Moers. Zwischen Himmel und Erde ist mehr als Luft. Es gibt Geheimnisvolles und es sind unsichtbare, aber spürbare und durchaus inspirierende Kräfte am Werk - da sind sich Juliane Talkenberg und Kirsten Pinkert-Schirmer sicher. Die beiden Künstlerinen aus Moers stellen einige ihrer Gemälde gemeinsam aus - im Rheinberger Stadthaus-Foyer. Es ist für beide der erste künstlerische Auftritt in Rheinberg.

"Zwischen Himmel und Erde" nennen die Malerinnen ihre Ausstellung. Ihre Bilder sind assoziationsreich, eigene Interpretationen der Betrachter sind durchaus erwünscht. Es gehe ihnen um die Verbindung von Mensch und Natur, aber auch um Sinnhaftigkeit, sagen die beiden Frauen. Ein Teil der 22 Bilder im Stadthaus ist speziell für diese Ausstellung entstanden. Und: Beide haben eigene künstlerische Ansätze, im Ergebnis lassen sich aber durchaus Parallelen erkennen. So wirkt "Zwischen Himmel und Erde" wie aus einem Guss, und nicht jedes Bild lässt sich auf Anhieb einer Malerin zuordnen.

Die beiden haben einen unterschiedlichen Background. Gemeinsam haben sie, dass sie beide schon in frühester Jugend mit dem Malen begonnen haben. Talkenberg studierte an der Kunstakademie Düsseldorf, zählt Joseph Beuys und Gerhard Richter zu ihren Lehrern. Bis zu ihrem Ruhestand unterrichtete sie an Moerser Schulen. 2006 nahm sie ihre künstlerische und kunsttherapeutische Tätigkeit im eigenen Atelier auf. Juliane Talkenberg ist auch Heilpraktikerin. Kirsten Pinkert-Schirmer betreibt eine eigene Praxis für Autogenes Training und Rückengesundheit. Sie fing vor 20 Jahren nach langer Unterbrechung wieder an zu malen, belegte Kurse bei Hansfried Münchberg. Seit zehn Jahren, so sagt sie, ist die Malerei fester Bestandteil in ihrem Leben geworden, wenngleich es Hobby bleiben soll. Pinkert-Schirmer malt überwiegend mit Acryl, zeichnet zuweilen aber auch. Sie arbeitet gerne mit Symbolik. "Warum?" heißt eines ihrer Bilder. Es zeigt Strand und Meer. Ein Teddybär liegt verloren im Sand, deutet einen Riss in der Idylle an.

Die Malerin spielt mit dieser Szenerie auf das schreckliche medial ausgeschlachtete Foto eines ertrunkenen und angespülten Flüchtlingskindes an. Ein Kind in ihr Bild zu malen, das habe sie nicht übers Herz gebracht, sagt die Moerserin. So wählte sie einen Teddybären. Im Bild "Zeit" setzt sie ein Papierschiffchen für die Lebenszeit ein. Tropfen geraten in einen Strudel. Vergänglichkeit ist hier das Thema. "Schattenmenschen" schließlich soll deutlich machen, dass heute viele Menschen ihr Potenzial nicht ausschöpfen, ihre Träume nicht leben und ihr Talent vergeuden, "Wer so lebt, verliert seine Farbe", sagt die Mutter einer erwachsenen Tochter.

Juliane Talkenberg hat einen experimentelleren Ansatz, drängt zuweilen ins Metaphysische. Sie stieß auf der Suche danach, was es zwischen Himmel und Erde geben könnte auf - Tee.

Ja, Tee. "Über den Umweg Tee habe ich einen anderen Weg für mich gefunden", so die Künstlerin. Über Gesundheit, über Qigong, über Atemtechniken habe Tee sie zu der Frage geführt: Wie geht es weiter? Ganz praktisch verarbeitet sie nun beispielsweise Teebeutel zu Miniatur-Textilien. "Büßerhemden" nennt sie die. Vor dem Eingang zum Trauzimmer im Stadthaus läuft ein Film in einem Fernseher. Zu sehen ist Tee beim Kochen, ein einziges Auf und Ab verwirbelter Materie. Gut geraten ist Talkenberg ihr Doppel "Seestück" und "Bergstück". Da wird Landschaft nicht einfach nur dargestellt, sondern gleich auch vermessen.

Noch bis zum 27. April hängen die Bilder im Stadthaus, während der Öffnungszeiten kann man sich die Werke - die kleinsten sind 60 mal 80 Zentimeter groß, die größeren 70 mal 100 - anschauen. Man sollte sich ein wenig Zeit für einen Rundgang nehmen.

Am Donnerstag, 27. April, 16.30 bis 18 Uhr, gibt es im Stadthaus-Foyer eine Finissage mit Musik. Die Künstlerinnen werden anwesend sein. Wer an den Bildern der Ausstellung interessiert ist, kann sich per E-Mail an pinkert-schirmer@t-online.de oder j.talkenberg@web.de wenden.

Von Uwe Plien

Quelle: RP
 
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