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Vortrag
Pflegekosten gehen ans Eingemachte

Moers. Wie schlimm es finanziell kommen kann, wenn ein Ehepartner oder die Eltern pflegebedürftig werden, ahnen viele nicht einmal. "Neueste Umfragen zeigen, dass 70 Prozent der Menschen das Thema scheuen", sagt Bernd Zibell, Vorstand der Sparkasse am Niederrhein. Rund 120 Zuhörer wollten jetzt wissen, wie sie sich auf den Ernstfall vorbereiten können. Die Sparkasse hatte den Rechtsanwalt Markus Karpinski zu einem Vortrag eingeladen. Der erfahrene Jurist beschrieb an alltäglichen Beispielen, was man gegen den unvermuteten Absturz auf Hartz-IV-Niveau tun kann.

"Am meisten überrascht mich, dass Menschen alle möglichen Versicherungen abschließen, aber bei der staatlichen Pflegeversicherung setzen sie auf Teilkasko", so Markus Karpinski. Bei allen Beispielen, die er nannte, reichten die Einkünfte der plötzlich Pflegebedürftigen nie aus, um die Gesamtkosten zu tragen. "Dann geht's ans Eingemachte", so der Jurist. Selbst Wohneigentum und der Rückkaufswert der Lebensversicherung seien nicht sicher, wenn Eltern oder Ehepartner ins Pflegeheim müssten. Karpinski: "Das mühsam abbezahlte Häuschen ist dann ganz schnell weg."

Und wer nun geglaubt hatte, Schenkungen, Nießbrauch oder Wohnrecht könnten Vermögenswerte schützen, für den hatte der Anwalt diese Information: "Nicht zwingend." So müssten Schenkungen mehr als zehn Jahre zurückliegen, sonst würden sie zurückgefordert. In jedem Fall lohne es sich, sich auf den Moment vorzubereiten, wenn ein Elternteil oder Ehepartner pflegebedürftig werde. Bernd Zibell: "Es gibt maßgeschneiderte Möglichkeiten, wie Sie sich oder Angehörige im Vorfeld schützen können."

Quelle: RP
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