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Moers
Stadtkirchenkonzerte sollen Geld für den neuen Flügel einspielen

Moers: Stadtkirchenkonzerte sollen Geld für den neuen Flügel einspielen
Das zweite Konzert der neue Musikreihe fand in der Stadtkirche sein Publikum. FOTO: Klaus Dieker
Moers. Shuri Tomita, Fumito Nunoya und die Dozenten Deniz Elitez und Robert Beck zeigten Spitzenklasse. Von Jutta Langhoff

Gut ein Jahr ist es jetzt her, dass statt der renovierungsbedürftigen Orgel ein neuer, hochwertiger Konzertflügel den musikalischen Teil der Gottesdienste in der Moerser Stadtkirche begleitet. Initiiert hatte den Ersatz seinerzeit der Vorstandsvorsitzende der Volksbank Niederrhein, Guido Lohmann, und dafür auch einige anfängliche Sponsoren motiviert. Die weiteren Anschaffungskosten sollen jetzt unter anderem eine Reihe von Stadtkirchenkonzerten erbringen, bei denen der neue Flügel vor allem mit anderen Instrumenten gemeinsam zu hören ist.

Nach einem ersten erfolgreichen "Flügelkonzert" mit zwei russischen Pianistinnen und dem Ensemble "Siestango" im Juni vergangenen Jahres fand nun das zweite Konzert statt. Leider nur mit knapp 60 Besuchern, was jedoch in keinem Verhältnis zu seiner Qualität stand.

Denn mit der japanischen Pianistin Shuri Tomita und ihrem Landsmann, dem Marimba-Spieler Fumito Nunoya, sowie dem Essener Klavierdozenten Deniz Elitez und Robert Beck an der Klarinette traten an diesem Abend vier in ihren Fächern wahrhaft erstklassige Musiker auf. Entsprechend hochwertig war das Programm.

Den Auftakt machten dabei Shuri Tomita und Fumito Nunoya zunächst mit einer Reihe bekannter Melodien aus George Gershwins berühmter Oper "Porgy and Bess". Dem folgte die dreiteilige Suite "Tangata" des 1992 verstorbenen argentinischen Tangokomponisten Astor Piazolla, und als Zugabe schließlich noch sein zartes "Ave Maria".

Den zweiten Teil des gut zweistündigen Konzertes gestalteten dann Deniz Elitez und Robert Beck beginnend mit Schumann, daran anschließend mit der "Première Rhapsodie" von Claude Debussy und ebenfalls einer Komposition von Astor Piazollo, in diesem Fall dem Stück "Café 1930". Der Höhepunkt des Konzertes war jedoch ein am Schluss von allen vier Musikern gemeinsam gespieltes Arrangement von Piazollas "Libertango".

"Eine einmalige Weltpremiere", wie Konzertorganisator Konrad Göke zu Beginn ankündigte. Das war sie in dieser Zusammensetzung aus Klavier, Klarinette und Marimba in der Tat, wobei nicht nur das letztere, mit Klöppeln auf Holztasten gespielte, ursprünglich aus Afrika stammende Instrument, sondern auch sein Spieler Fumito Nunoya die eigentlichen Stars des Abends waren. Von Shuri Tomita mit sympathischer Zurückhaltung am Moerser Stadtkirchenflügel begleitet, entlockte er seinem knapp zweieinhalb Meter breiten Marimbaphon mit meist vier gleichzeitig aktiven Klöppeln eine beeindruckende Bandbreite aus mal kräftigen und dann wieder leisen, zärtlichen Tönen, die den Kirchenraum auf eine ganz besondere Weise musikalisch erfüllten.

Quelle: RP
 
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