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Moers
Stadtteilbüro für "Neu-Meerbeck" eröffnet

Moers: Stadtteilbüro für "Neu-Meerbeck" eröffnet
Bei der Büro-Eröffnung: Bürgermeister FleischhauerChristoph Fleischhauer, der Technische Beigeordnete Thorsten Kamp, Büroleiter Jens Franken und dessen Mitarbeiterin Gabriele Höschen. FOTO: KLaus Dieker
Moers. In den Räumen an der Bismarckstraße sollen Ideen und bürgerschaftliche Aktivitäten gebündelt werden und Planer mit den Bürgern ins Gespräch kommen. Es ist Teil des Zehn-Jahres-Projekts "Soziale Stadt". Von Peter Gottschlich

"Warum die Bürger, die von Meerbeck sprechen, die Nase rümpfen, kann ich nicht verstehen", zitiert Jens Franken gerne Hanns-Dieter Hüsch. "Wenn ich die vielen Kaninchen und die vielen Kinder sehe, wird mir ganz warm ums Herz." Das Zitat nahm er auch gestern in seinen Mund, als er zusammen mit Bürgermeister Christoph Fleischhauer das neue Stadtteilbüro Soziale Stadt Neu-Meerbeck mit einem Tag der Offenen Tür offiziell eröffnete. Schließlich ist ein großes Thema des Projektes Neu-Meerbeck, das Image des Stadtteiles um die einstige Arbeitersiedlung aufzuwerten.

Das neue Stadtteilbüro, das an der Bismarckstraße nahe der Kreuzung mit der Jahnstraße liegt, soll dabei ein Ort sein, an dem Meerbecker und Nicht-Meerbecker ihre Ideen aussprechen können. Es soll ein Ort sein, an die Planer immer wieder Bodenhaftung bekommen, wenn sie sich mit den Menschen vor Ort austauschen, aber kein Seniorenbüro, wie die Stadtteilbüros in Eick, Repelen oder Scherpenberg. Außerdem soll es ein Ort sein, an dem sich Netzwerke bilden und bürgerschaftliches Engagement entwickelt. Dabei ist Meerbeck großflächig als Gebiet zwischen Bahnlinie und Taubenstraße, zwischen Homberger Straße und Glückaufstraße definiert. Hochstraß und Meerbeck-West zählen dazu, das Neubaugebiet der Planetensiedlung nicht.

Eine Idee bei der Eröffnung äußerte der Technische Beigeordnete Thorsten Kamp. "Ein Tourismusschild an der Autobahn A 42 könnte auf die Arbeitersiedlung Meerbeck hinweisen", meinte er. "Sie ist eine der größten original erhaltenen Arbeitersiedlungen Deutschlands, vielleicht auch die größte. Die Siedlung Margarethenhöhe im Essener Süden, die vergleichbar groß und schön ist, kennt fast jeder, die Siedlung Meerbeck außerhalb von Moers fast niemand." Allerdings sei es nicht leicht, beim Landesbetrieb Straßenbau ein großflächiges braunes Tourismusschild genehmigt zu bekommen.

Dabei glänzt Meerbeck, in dessen Arbeitersiedlung 9000 Menschen auf 110 Hektar im Grünen leben, nicht nur mit architektonischer Größe, sondern auch mit menschlicher. "Die Meerbecker tragen ihr Herz auf der Zunge", sagte Bürgermeister Christoph Fleischhauer gestern. "Sie können hartnäckig sein. Das ist gut so. Die Meerbecker sind unglaublich aktiv, zum Beispiel in der evangelischen, katholischen und muslimischen Gemeinde. Sie engagieren sich für ihre Gemeinde, für ihr Meerbeck."

So gehört zum Zehn-Jahres-Projekt Neu-Meerbeck, das 2016 nach vierjährigem Vorlauf offiziell startete, neben den großen städtebaulichen Projekten, wie dem Rheinpreußen-Bürgerpark für acht Millionen Euro, die kleinen sozialen und kulturellen. Dafür steht ein Fond mit 50.000 Euro pro Jahr bereit, der wie das gesamte Projekt Neu-Meerbeck über das Förderprogramm Soziale Stadt mit Mittel des Bundes und des Landes gefüllt wird. "Einzelne Projekte können mit bis zu 3000 Euro gefördert werden", erläuterte Jens Franken. "Es kann zum Beispiel eine kulturelle oder eine interkulturelle Aktion sein - oder oder oder. Ein Gremium entscheidet über die Vergabe."

Seit Ende August besuchen meistens zwei bis drei Meerbecker täglich das Stadteilbüro zu seinen Öffnungszeiten, montags von 9 bis 12 Uhr sowie 14 bis 16 Uhr, Dienstag von 9 bis 13 Uhr, Mittwoch von 10 bis 12 Uhr sowie 14 bis 18 Uhr, außerdem Donnerstag von 9 bis 12 Uhr. "Einer der ersten Besucher wollte hier seinen Personalausweis verlängern lassen", erzählt der Büroleiter. "Diesen Wunsch konnte ich nicht erfüllen. Ich habe ihn zum Rathaus geschickt. Aber für alle andere Wünsche rund um Meerbeck habe ich ein offenes Ohr." Diese können Interessierte telefonisch auch außerhalb der Öffnungszeiten unter der Telefonnummer 02841 201-530 äußern. Dabei stehen dem Büroleiter Gabi Höschen und Fikret Günes zur Seite.

Quelle: RP
 
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