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Moers
Stadtverwaltung will keine Kita im Weißen Haus

Moers. Nach vielem Hin und Her sieht es nun doch so aus, als würde der neue Innenstadt-Kindergarten an der Mühlenstraße entstehen. Das geht aus einer Vorlage hervor, die die Stadtverwaltung für die nächste Sitzung des Planungsausschusses am kommenden Donnerstag erarbeitet hat. Das Papier sieht den Bau einer fünf- bis sechsgruppigen Kindertagesstätte mit zwei U3-Gruppen auf dem Gelände der ehemaligen Fechthalle sowie angrenzender Flächen an der Repelener Straße vor. Damit soll Ersatz geschaffen werden für den geplanten Abriss des baufälligen evangelischen Kindergartens an der Kleinen Allee, in dem bislang drei Ü3-Gruppen untergebracht sind. Die Vergrößerung auf bis zu sechs Gruppen soll die unterdurchschnittliche Versorgungsquote mit Kindergartenplätzen im Innenstadtbereich verbessern. Von Jürgen Stock

Die evangelische Kirchengemeinde hatte der Stadt bereits im April 2013 mitgeteilt, dass sie sich von der Liegenschaft trennen wolle. Auf der Suche nach einem Ersatzgrundstück war die Stadt recht schnell auf das ehemalige Fechthallengelände gestoßen. Doch als die Überlegungen bekannt wurden, erhob vor allem der Einzelhandelsverband wegen des drohenden Wegfalls von bis zu 120 Parkplätzen Einwände.

Auf diesem Stand der Debatte brachten vor allem die Moerser Grünen eine Alternative ins Spiel: Sie schlugen vor, das denkmalgeschützte Weiße Haus zur Kita umzubauen. Obwohl die Realisierbarkeit des Vorhabens von vielen Seiten bezweifelt wurde, erging der Auftrag an die Stadtverwaltung, das Weiße Haus sowie andere Grundstücke im Innenstadt auf ihre Eignung zu prüfen.

Die jetzt vorliegende Untersuchung kommt zu einem eindeutigen Schluss: Acht der untersuchten Standorte, darunter auch der an der Weyerstraße, scheiden aus unterschiedlichen Gründen von vorne herein aus: zu klein, zu abgelegen, zu teuer, bereits für andere Zwecke verplant.

Übrig blieben bei dieser Betrachtung nur Mühlenstraße und Weißes Haus. Ein Umbau des Weißen Hauses würde aber, abgesehen von den Kosten, wegen der Auflagen des Denkmalschutzes zu ungünstigen Raumzuschnitten führen. Auch sehen die städtischen Planer keine Möglichkeit rings ums Weiße Haus ausreichend Außenspielflächen zu schaffen. Die stünden nämlich nur im Schlosspark zur Verfügung, der aber ebenfalls unter Denkmalschutz steht. Zudem gebe es keine Möglichkeit, eine entsprechende Zahl von Stellplätzen direkt am Gebäude einzurichten.

Als einzigen Nachteil für das Grundstück Mühlenstraße sehen die Planer dagegen die dreiseitige Umschließung durch Parkflächen an. Aufgrund der bisherigen Debatten wird damit gerechnet, dass sich im Ausschuss eine Mehrheit für diesen Vorschlag finden wird.

Quelle: RP
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