| 00.00 Uhr

Moers/Neukirchen-Vluyn
Städte profitieren von Enni-Rekordgewinn

Moers/Neukirchen-Vluyn. Ein Plus von 17,9 Millionen Euro hat die Enni Energie & Umwelt im Geschäftsjahr 2015 erwirtschaftet - so viel wie noch nie. Davon gehen 2,6 Millionen Euro an die Stadt Neukirchen-Vluyn, Moers darf mit deutlich mehr rechnen. Von Josef Pogorzalek

Im bundesweiten Wettbewerb der Energieversorger kann sich die Enni Energie & Umwelt bestens behaupten. So hat das Moerser Unternehmen im Geschäftsjahr 2015 einen Gewinn in Höhe von 17,9 Millionen Euro erwirtschaftet. "Das ist der höchste Gewinn der Unternehmensgeschichte", sagte Geschäftsführer Stefan Krämer im Rat der Stadt Neukirchen-Vluyn, wo er die Jahreskennzahlen bereits vor der offiziellen Bilanz-Pressekonferenz vorstellte. Damit kann die Enni das Geschäftsergebnis abermals deutlich verbessern. Erst im Vorjahr war mit 10,8 Millionen Euro Gewinn erstmals die Zehnmillionen-Marke geknackt worden.

Vom Gewinn der Enni profitieren auch die Städte Moers (die einen 70-prozentigen Anteil am Unternehmen hat) und Neukirchen-Vluyn (fünf Prozent). Inklusive Konzessionsabgaben überweist die Enni nach Neukirchen Vluyn 2,6 Millionen Euro, Moers darf sich auf eine deutlich höhere Summe freuen.

Das Geschäftsergebnis ist umso bemerkenswerter, als viele Stadtwerke zurzeit rote Zahlen schrieben, sagte Krämer. "Man braucht nur die Stichworte Stadtwerke und Verlust bei Google einzugeben." Er unterstrich, dass die positiven Zahlen der Enni nicht auf das Geschäft mit Strom, Wasser und Gas in Moers und Neukirchen-Vluyn zurückzuführen seien. Tatsächlich sei der Stromabsatz hier seit dem Jahr 2000 um rund 30 Prozent geschrumpft - weil Leute sparen und weil der Wettbewerb von immer mehr Anbietern die Preise drücke. Beim Gasabsatz gebe es zwar Sprünge, je nachdem wie kalt der Winter ist. Grundsätzlich zeige die Tendenz aber ebenfalls nach unten (rund 20 Prozent weniger seit 2000). Ähnlich das Bild beim Wasser: Davon verkaufe die Enni vor Ort zwölf Prozent weniger als noch vor 15 Jahren.

"Wir haben aber neue Standbeine aufgebaut", sagte Stefan Krämer weiter. So lässt der bundesweite Verkauf von Strom und Gas, der ausgebaut worden sei, die Kasse klingeln. Krämer sprach von 500 Neukunden monatlich. "Das läuft sehr, sehr gut." Er wies aber auch auf den harten Verdrängungswettbewerb in der Branche hin. "Das, was wir gewinnen, verlieren andere." Auch der Verkauf von Dienstleistungen sowie Beteiligungen an anderen Unternehmen schlagen sich positiv auf die Enni-Bilanz nieder. Krämer wies als Beispiel auf das Biomasse-Heizkraftwerk in Moers hin, eine Kooperation mit den Stadtwerken Dinslaken.

Krämer wies auch auf hohe Investitionen hin. Neun Millionen Euro koste die Instandsetzung der betriebenen Strom-, Gas- und Wassernetze. Allein in die Erneuerung der Wärmeleitungen in Neukirchen-Vluyn, die die Enni 2014 von RWE gekauft hat, fließen drei Millionen Euro. "Das ist ein komplett runtergewirtschaftetes Netz", sagte Krämer.

Für sechs Millionen Euro hat die Enni den Windpark Repelen errichtet. Die zwei Windenergieanlagen sollen bereits ab 2018 Gewinne bringen. Die Enni will weiter in den Ausbau der Stromerzeugung aus regenerativen Energien in der Region investieren. Schon heute stamme ein Viertel des in Moers und Neukirchen-Vluyn verbauchten Stroms aus erneuerbaren Quellen. Bis 2020/22 sollen es 40 Prozent sein.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Moers/Neukirchen-Vluyn: Städte profitieren von Enni-Rekordgewinn


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.