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Rheurdt
Starkregen: Keine Soforthilfe für die Rheurdter

Rheurdt. Obwohl die Gemeinde Rheurdt durch den starken Regen im Juni heftig betroffen war, können Bürger aus dem Ökodorf keine Soforthilfe beim Land NRW beantragen. Das Landesinnenministerium hat in einer entsprechenden Richtlinie vom 8. Juli entschieden, dass im Kreis Kleve nur Betroffene aus folgenden Kommunen mit finanzieller Hilfe rechnen dürfen: Kevelaer, Rees, Uedem, Wachtendonk und Straelen. Je nach Haushaltsgröße liegt die Soforthilfe zwischen 1000 und 2500 Euro, vorausgesetzt, ein Schaden von mindestens 5000 Euro ist entstanden, der nicht versichert werden konnte. Bei Kleingewerbe- und landwirtschaftlichen Betrieben muss der Schaden mindestens 10.000 Euro betragen, dann steht eine Soforthilfe von 5000 Euro zur Verfügung - aber eben nur, wenn der Betroffene in einer der genannten Kommunen wohnt. Doch warum nur diese fünf? Die Kreisverwaltung winkte gestern auf Nachfrage ab: Man führe nur die Anweisungen des Landes aus.

Bei einer Gewitterfront, die am 24. Juni über den Niederrhein gezogen war, wagen in Rheurdt 72 Feuerwehrleute im Dauereinsatz, um 25 vollgelaufene Keller leer zu pumpen. In einem Fall wurde durch den Druck des Wassers ein Abwasserrohr aus dem Mauerwerk gerissen.

Bürgermeister Klaus Kleinenkuhnen war gestern im Ort unterwegs, um sich Unwetterschäden anzusehen. "Mir ist nicht klar, welchen Kriterien das Land bei der Entscheidung folgt, in der einen Kommune zu helfen, in der anderen nicht", meint er. Dazu finden sich Erläuterungen in einem Erlass des Innenministeriums vom 21. Juni: "Zugrunde gelegt wurden die Kriterien Niederschlagsmenge, Einsatzhäufigkeit und Überflutung aus Flussläufen." Ein Rechtsanspruch bestehe nicht, die Bewilligungsstelle entscheidet nach Ermessen und nach den verfügbaren Haushaltsmitteln. Sprecher der Landwirte im Kreis haben sich bereits verärgert über die Fünf-Kommunen-Regelung geäußert. "Das wird Riesenärger geben", meint Kreislandwirt Johannes Peters.

(s-g)
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