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Moers
Starpianistin bringt Klavier-Festival Ruhr in die Grafenstadt

Moers. Insgesamt 64 Konzerte an 29 Spielorten in 22 Städten der Region bietet die 27. Auflage vom Klavier-Festival Ruhr in diesem Jahr. Damit ist es das weltweit größte Festival seiner Art. Am vergangenen Wochenende war Eröffnung in Duisburg. Diese Woche startete es am Niederrhein mit einem ebenso hochkarätigen Konzert.

Sie ist attraktiv, charismatisch und verzaubert ihr Publikum mit tiefsinniger Musik. Die Rede ist von Starpianistin Dudana Mazmanishvili, die am Mittwochabend mit einem bravourösen Konzert im Kammermusiksaal des Moerser Martinstifts gastierte und das Publikum mit einem eindrucksvollen musikalischen Auftritt in ihren Bann zog. Mazmanishvili wurde 1980 in Tiflis geboren und erhielt mit drei Jahren den ersten Klavierunterricht bei ihrer Mutter, der Pianistin Tamar Apakidze. Die eher zurückhaltend auftretende Künstlerin wurde kürzlich von ihrer Heimat-Regierung zum "Kulturattaché Georgiens in Deutschland" ernannt. Das Moers-Konzert war ihr Debüt beim Klavier-Festival Ruhr und zugleich ihre Premiere am Niederrhein. Mit Johannes Brahms startete sie in den Konzertabend: Die "Drei Intermezzi op. 117" sind späte Charakterstücke von großer Ruhe. "Wiegenlieder meiner Schmerzen" nannte er seine drei Andante-Sätze. Mazmanishvili interpretierte sie introvertiert und nachdenklich, so wie es der Komponist 1892 intendierte. Ganz anders richtete sie die Brahmschen Händel-Variationen in B-Dur op. 24 aus. Mit viel Fröhlichkeit und Esprit beginnt sie die Aria, gelangt in den Spitzen der 25 Variationen zu höchster Dynamik und Explosivität und verschafft der vierstimmigen Schlussfuge ein brillantes, eindrucksvolles Finale.

Nach der Pause folgten zwei Etüden von Alexander Skrjabin. Während sie das vollklingende Stück in cis-Moll op. 2, Nr. 1 mit lyrischem Unterton anging, kam das Werk dis-Moll op. 8, Nr. 12 mit seinen weiten Triolen und Oktavsprüngen im Bass wie ein "populärer Reißer" äußerst kraft- und lustvoll daher. Programmdramaturgisch geschickt setzte sie die von einer Stimmung des Abschieds getragene Komposition Rachmaninows, "Variationen über ein Thema von Corelli d-Moll op. 42", als Schlusspunkt.

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