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Moers
Straßentheater macht Lust auf Festival

Moers: Straßentheater macht Lust auf Festival
Der Berliner Straßenkünstler Arthur begeistert am Samstag die Zuschauer in der Innenstadt. FOTO: Klaus Dieker
Moers. Im Vorfeld des Comedy-Arts-Festvial haben der New Yorker Akrobat Noah Chorny und der Berliner Straßenkünstler Arthur am Samstag mit Straßentheater auf die Veranstaltung aufmerksam gemacht. Eine gelungene Aktion. Von Jutta Langhoff

Das 39. Comedy-Arts-Festival steht vor der Tür. Am Donnerstag um 20 Uhr geht's los. Wer Lust hatte, konnte sich jedoch am vergangenen Samstag schon mal ein wenig darauf einstimmen lassen. Zwischen elf und 15 Uhr gab es dazu in der Innenstadt gleich fünfmal die Gelegenheit. Nach einer mehrjährigen Flaute ließen dort auf dem Königlichen Hof, an der Neustraße/Ecke Fieselstraße und am Gänsebrunnen in der Altstadt der New Yorker Akrobat Noah Chorny und der Berliner Straßenkünstler Arthur die schöne alte Sitte eines das Festival begleitenden Straßentheatertages wieder aufleben. Möglich gemacht hatten diese Wiedergeburt neben der Sparkasse am Niederrhein und dem Werbering Moers zahlreiche weitere örtliche Sponsoren. "Ja, schön, dass es dafür jetzt wieder Geld gibt. So haben auch die Leute was von dem Festival, die sich den Eintritt abends nicht leisten können", freute sich ein älterer Herr aus Kapellen, der wie knapp hundert weitere Besucher um zwölf Uhr in der Fieselstraße auf Noah Chorny als "Drunken Master" wartete.

Dessen wichtigstes Requisit, eine auf einem Podest befestigte, biegsame Straßenlaterne, war bereits aufgestellt. Doch statt des "Drunken Masters" erschien zunächst erst einmal ein Mann in einem grauen Hausmeisterkittel, der sich als Techniker vorstellte. "Der Künstler hat sich leider etwas verspätet", informierte er das erwartungsvolle Publikum. "Soll ich stattdessen schon mal ein bisschen zaubern?" Alle nickten. "Na gut", grinste er und zerrte dabei ein weißes Plüschhäschen aus seiner Schirmkappe. "Der Künstler ist immer noch nicht da. Soll ich auch auf die Laterne klettern und mein Leben dafür riskieren, dass ihr ein bisschen Spaß habt?" "Ja." Wieder nickten alle. "Ok. Mache ich auch." Sprach's und bot den Zuschauern anschließend auf der bedrohlich schwankenden Laterne eine zehnminütige, witzige und gewagte Akrobatik-Show.

Die Zuschauermenge klatschte begeistert und machte sich wenig später wie ein kleiner Pilgerstrom zum Gänsebrunnen in der Altstadt auf, wo mit dem verrückten Berliner Artisten Arthur schon zwanzig Minuten später die nächste unterhaltsame Straßentheater-Show wartete. Diesmal mit dem Schwerpunkt auf Jonglage, wobei Arthur jedoch im Gegensatz zu den meisten seiner Kollegen nicht mit normalen, sondern mit besonders großen Bällen und Keulen hantierte. Die dazu nötigen Helfer holte er sich kurzerhand aus dem Publikum. So wie Horst, der ihm nach einer kurzen Hypnose mit einem magischen Duftbäumchen willfährig dicke, rosafarbene Medizinbälle zuwarf, oder Klaus, der dazu auf einem riesigen Blechblasinstrument aufmunternde Töne produzieren musste. Dabei erwiesen sich - sehr zur Freude des Publikums - beide "Assistenten" als echte Begabungen. Der akrobatische Höhepunkt war dann zum Schluss eine Jonglage, bei der Arthur mit einem Fuß auf dem Einrad jonglierte und sich gleichzeitig mit dem anderen eine schwarze Pelzkappe auf den Kopf bugsierte.

"Ja", sie könne sich schon vorstellen, dass die Straßentheater-Aktion noch manch einen Unentschlossenen zu einem Festivalbesuch anregen wird, meinte eine junge Frau. Sie selber sei leider an dem Wochenende nicht da. Ansonsten hätte sie sich das bestimmt auch überlegt, zumal das Ganze ja jetzt in der Festivalhalle stattfinde, und man deswegen keine mehr Angst haben müsste, dass das Wetter nicht mitspielt.

Quelle: RP
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