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Moers
Streit mit der Bahn: Enni stoppt Tunnelbau

Moers: Streit mit der Bahn: Enni stoppt Tunnelbau
Ein Blick auf die ruhende Baustelle von der Lotharstraße aus. FOTO: Christoph reichwein
Moers. Die Fertigstellung der Fußgängerunterführung am Bahnhof muss weiter warten. Die Deutsche Bahn soll zunächst das Eindringen von Wasser unterbinden. Von Josef Pogorzalek

Die Fußgänger-Unterführung im Bahnhof Moers wird und wird nicht fertig. Im Februar 2015 begannen die Arbeiten, die ursprünglich schon seit Januar 2016 abgeschlossen sein sollten. Aber die Enni musste den Termin immer wieder verschieben. Bahnfahrer ärgern sich und spotten. "Was wird wohl eher fertig: der Berliner Flughafen oder der Moerser Bahnhof?", fragt jemand bei Facebook. Enni-Vorstand Lutz Hormes würde zwar auf den Bahnhof wetten, auf ein Datum möchte er sich derzeit jedoch nicht festlegen.

Schon seit Monaten tut sich an der Tunnelbaustelle gar nichts. Eine Wiederaufnahme der Arbeiten nach der Winterpause hätte keinen Sinn gemacht, sagte Hormes gestern. In den Tunnel dringt Wasser ein, dieses Problem müsse zuerst beseitigt werden. Wer dafür planerisch und finanziell verantwortlich ist, darüber haben die Bahn auf der einen und Enni sowie die Stadt als Auftraggeber auf der anderen Seite monatelang gestritten. Inzwischen scheint die Bahn eingesehen zu haben, dass sie zuständig ist. Diesen Eindruck hätten Vertreter der Enni und der Stadt aus einem Gespräch im April gewonnen, sagte Hormes. Jetzt warte man auf ein von der Bahn versprochenes Sanierungskonzept samt Kostenschätzung. Vermutlich werde wasserundurchlässiges Material in die Schichten über dem Tunnel "injiziert", sagte Hormes. Diese Methode sei nicht ganz so teuer wie das Abtragen der Gleise und des Erdreichs über dem Tunnel, über das auch spekuliert worden war. Die Bahn teilte uns gestern mit, dass die "Klärung der finalen Vorgehensweise mit der Taktung des Bauablaufs" noch nicht abgeschlossen sei. Voraussichtlich im August werde man mehr wissen.

Die Stadt hat 3,1 Millionen Euro für den Tunnelbau einkalkuliert, 1,8 Millionen Euro davon Fördergelder des Landes. Hormes geht davon aus, dass es bei dem veranschlagten Eigenanteil der Stadt bleibt. Allerdings werde sie eine Aufstockung der Fördersumme beantragen. Die zusätzlichen Fördermittel könne die Bahn in die Tunnel-Abdichtung investieren. Auf diese Weise möchte die Stadt dem Unternehmen entgegenkommen und das Verfahren beschleunigen. Das Land habe bereits zusätzliche Mittel in Aussicht gestellt.

Der Fußgängertunnel sei im Rohbau fertig, erklärte Hormes. Was noch fehle, seien der Endausbau von Boden und Wänden sowie elektrische Installationen. Im Tunnel werden auch zwei Personenaufzüge eingebaut, mit deren Hilfe Passagiere die Bahnsteige barrierefrei erreichen können. Wann die Enni sich wieder an die Arbeit machen kann, hänge davon ab, wie flott die Bahn mit ihrem Sanierungsprojekt vorankomme. Vor Ende 2017, Anfang 2018 werde die Enni wohl nicht mehr zum Zuge kommen.

Die gute Nachricht bei alldem lautet: Der Bahnhofs-Vorplatz an der Ostseite könne (fast) wie geplant neu gestaltet werden. "Der Kanalbau an der Lotharstraße läuft. Danach stellen wir einen Teil des Vorplatzes endgültig her", kündigte Lutz Hormes an.

Quelle: RP
 
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