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Moers
Streuobstwiesenfest: Flüchtlinge machen mit

Moers: Streuobstwiesenfest: Flüchtlinge machen mit
Am Stand von Matthias Krahwinkel l(inks) gibt es schon die Vorboten des Herbstes - eine Menge leckerer Pflaumen. FOTO: Klaus Dieker
Moers. Bei der Veranstaltung der SPD Rheinkamp gab es regionales Obst und Gemüse und Spezialitäten aus Afghanistan. Fast wäre es aufgrund eines heftigen Gewitters ins Wasser gefallen. Von Ulrike Rauhut

Am Samstagabend auf die Kirmes und am nächsten Tag ein Besuch beim Streuobstwiesenfest der SPD Rheinkamp auf den Eicker Wiesen - diese Kombi war am Sonntag bereits zum 16. Mal möglich. Nachdem um elf Uhr zunächst ein heftiges Gewitter über dem Gelände an der Theodor-Heuss-Straße niederging und man kurz befürchtete, abbrechen zu müssen, wurde es später noch etwas freundlicher.

Etwa 20 große Kisten voller Streuobst, die freiwillige Helfer aus der Flüchtlingsunterkunft an der Rathausallee von der Wiese gesammelt hatten, wurden direkt vor Ort zu leckerem Saft verarbeitet. Der SPD-Ortsverband Rheinkamp hatte die Wiese im Jahr 2000 von der Stadt gepachtet und kümmert sich seitdem um die rund 100 Apfel-, Birnen und Pflaumenbäume, die teilweise alte und sehr schmackhafte Sorten tragen. Später kamen noch Bienenstöcke und eine große, angrenzende Wiesenfläche hinzu, auf der Schäfer Bayram Onart eine kleine Schafherde weiden lässt.

"Wir sind der einzige SPD-Ortsverein, der einen eingetragenen Landwirtschaftsbetrieb hat", sagt die Vorsitzende Silvia Rosendahl stolz. Auf der alljährlichen Veranstaltung, die viele Stammgäste hat, hatten in diesem Jahr 25 Anbieter von regionalen, ökologischen und handwerklichen Produkten ihre Stände aufgebaut. Unter anderem war der NABU Moers/Neukirchen-Vluyn mit einem Stand vertreten.Werner Dankert weiß um die herausragende ökologische Bedeutung der Streuobstwiesen: "Im Kreis Wesel haben wir die größte Population von Steinkäuzen - ein Vogel, der vom Aussterben bedroht ist." Ein wichtiger Grund dafür sei der Erhalt der Streuobstwiesen, die wichtige Nahrungsgrundlage für Insekten und Kleintiere wie Mäuse bereitstellen, von denen wiederum die Steinkäuze lebten.

Um ganz andere Vögel kümmert sich Frank Rheims vom Rassegeflügelzüchter-Verein. Er hatte mit seinen Mitstreitern Käfige und Gehege aufgebaut, in denen große und kleine Hühner sowie Tauben, Enten und Gänse anzuschauen waren. "Gerade die Zwerghühner eignen sich toll als Familientiere, die auch in kleinen Gärten gehalten werden können. Und alle drei Tage kann man sich über ein Ei freuen", erzählt der Hühnerzüchter.

Kulinarisch hatte das Fest wieder herzhafte Leckereien wie Schmörkes mit Sauerrahm und selbstgebackenen Kuchen zu bieten. Neu war das Angebot der Flüchtlinge. Die Männer hatten leckeres Tabouleh zubereitet, ein frischer vegetarischer Salat mit Petersilie, Minze und Bulgur. Dazu gab es mit Kartoffeln und Erbsen gefüllte Teigtaschen, die Samosas heißen und nicht nur in Indien, sondern auch in Afghanistan sehr beliebt sind, wie die Männer erzählen.

Quelle: RP
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