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Moers
Stromtrassen-Ausbau in Eick liegt auf Eis

Moers: Stromtrassen-Ausbau in Eick liegt auf Eis
Das Umspannwerk in Utfort. Derzeit werden dort einige Transformatoren erneuert. FOTO: Klaus Dieker (archiv)
Moers. Der Netzbetreiber Amprion geht von einer Verzögerung von mindestens zehn Jahren aus. Das sagte Andreas Preuß, Sprecher des Unternehmens, bei einer Versammlung des Vereins "Moers unter Hochspannung". Von Peter Gottschlich

Transparenz und Glaubhaftigkeit, waren Worte, die immer wieder bei einer Bürgerinformation fielen, zu der der Verein "Moers unter Hochspannung" für Mittwochabend eingeladen hatte. "Über die Zeitung erfährt man, dass Amprion das Utforter Umspannwerk umbaut", sagte Vorsitzender Helmut Breitfeld in der Awo-Begegnungsstätte an der Waldenburger Straße vor 60 Zuhörern. "Das hat mit Transparenz und Glaubhaftigkeit nichts zu tun."

Als er diese Worte sprach, wurde der nahe Kreisverkehr an der Rathausallee mit Stahlplatten dafür vorbereitet, damit ein Schwertransporter einen neuen Transformator ins Umspannwerk bringen konnte. Der Umbau des Umspannwerkes ist gerade in vollem Gange. Drei Transformatoren, die 40 Jahre alt sind, werden durch neue ersetzt. Hartmut Hohmann, der zusammen mit Volker Marschmann zu den Gründern von "Moers unter Hochspannung" gehört, hatte den Umbau vor der Bürgerinformation als "Aufrüstung" bezeichnet. Diesen Begriff wies Amprion-Sprecher Andreas Preuß für das Vorhaben, das zehn Millionen Euro kostet, zurück. "Es ist keine Aufrüstung oder Erweiterung", betonte er. "Die Fläche des Umspannwerkes vergrößert sich durch den Umbau nicht."

Er äußerte sich nicht zur Leistung, die sich rechnerisch nach dem Umbau um 72,7 Prozent steigern ließe, wenn Amprion in den Hochspannungsleitungen die Spannung von 220 auf 380 Kilovolt erhöhen würde. Amprion werde die Spannung schrittweise umstellen, blickte der Sprecher in die Zukunft. Der Stromnetzbetreiber werde dazu die bestehenden Hochspannungsmasten und Leitungen nutzen.

Die Planung, die Stromtrasse über Eick-West und Utfort mit neuen 75 Meter hohen Masten auszubauen, verzögere sich um mindestens zehn Jahre, sagte Andreas Preuß. Er nannte mehrere Gründe. Für das Stück der Trasse, das sich südlich Richtung Krefeld und Meerbusch anschließe, sei eine Umweltverträglichkeitsprüfung zu erstellen, was über ein Jahr dauern würde. Für das Stück der Trasse, das nordöstlich folge, sei noch nicht klar, wo genau bei Voerde die Hochspannungsleitungen unter dem Rhein verlegt würden. Dabei seien die Ergebnisse des Versuchs abzuwarten, den Amprion zurzeit in Raesfeld mit Hochspannungsleitungen im Boden fahre. Ferner sei nicht klar, welche Kapazitäten benötigt werden, wenn die rheinischen Braunkohlekraftwerke vom Netz gehen. Außerdem ändere sich gerade die Gesetzeslage beim Leitungsbau, zum Beispiel durch den Gesetzesentwurf zum Energieleitungsbau, der seit letzter Woche vorliege. Auf die Frage, warum Amprion die Grundstücke um das Utforter Umspannwerk gekauft habe, sagte Preuß, damit halte man sich die Option offen, es in 15 oder mehr Jahren erweitern zu können.

Die Feldstrahlung unter den Leitungen dürfe 100 Mikrotesla betragen, sagte Preuß zu eventuellen gesundheitlichen Gefahren. Sie liege aber bei weniger als einem Zehntel davon. Die Zuhörer waren skeptisch. "Seit dem VW-Skandal traue ich den Angaben nicht mehr", sagte Vorstandsmitglied Adi Trumpa.

Quelle: RP
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