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Moers
Synode fordert Einwanderungsgesetz

Moers: Synode fordert Einwanderungsgesetz
Abstimmung bei der Herbstsynode. Im Hintergrund stehend (rechts) Synodalassessor Torsten Maes, der die Versammlung leitete. FOTO: kirchenkreis
Moers. Vertreter der evangelischen Gemeinden diskutierten über Flüchtlingspolitik und Kindergärten. Von Josef Pogorzalek

Für eine Korrektur der Flüchtlingspolitik hat sich die Herbstsynode des Kirchenkreises Moers ausgesprochen. Die EU-Politik sei gescheitert. "Wir unterstützen die Forderungen nach einem Einwanderungsgesetz für Deutschland und nach einer offenen und solidarischen Asyl- und Flüchtlingsregelung in der EU", hieß es in einer Erklärung, die in der Versammlung der Vertreter von 28 evangelischen Kirchengemeinden aus dem Gebiet zwischen Alpen und Duisburg-Friemersheim abgegeben wurde.

Bei der Tagung in der evangelischen Kirche Rumeln-Kaldenhausen sprachen sich die 135 Synodalen zudem gegen jede Beschränkung des Familienzuzugs bei Flüchtlingen aus. Tendenzen zur Ausgrenzung, wie sie sich in der Pegida-Bewegung äußern, erteilten sie eine Absage. Die Synode würdigte ausdrücklich die Flüchtlingsarbeit der Kommunen und der Gemeinden, die weiter unterstützt werden soll. Wie vielfältig sich die evangelischen Gemeinden engagieren, dokumentiert der Kirchenkreis im Internet unter www.kirche-moers.de/fluechtlinge. Landrat Ansgar Müller, der die Synode besuchte, dankte im Rahmen eines Gottesdienstes den Gemeinden für ihren Einsatz.

Zweites großes Thema bei der Synode waren die evangelischen Kindergärten. Deren Finanzierung macht den Gemeinden zu schaffen. "Sie übernehmen bis zu 24 Prozent der Kosten", sagte Pfarrer Torsten Maes gestern vor der Presse. In Moers würden alle anderen Träger zu 100 Prozent finanziert. Maes hatte die Synode in Vertretung für den erkrankten Superintendenten Ferdinand Isigkeit geleitet. Laut Beschluss der Synode sollen die Gemeinden in den sechs Regionen des Kirchenkreises jeweils gemeinsam darüber nachdenken, wo und wie Kitas künftig arbeiten können. Schwerpunktmäßig kann dann Geld aus einem neuen Fonds eingesetzt werden, der aus Zuwendungen für die Kita-Finanzierung - fünf Euro pro Gemeindeglied - gespeist wird. "Ziel ist es, einen Sockel von Kitas sichern zu können", so Maes.

Rund 99.500 Mitglieder zählen die Gemeinden des Kirchenkreises insgesamt - erstmals sind es weniger als 100.000. Aufgrund einer "brummenden Konjunktur", so Maes, sei die Kirchensteuerentwicklung dennoch positiv. Allerdings sei zu erwarten, dass sich dies in den nächsten Jahren ändern werde.

Quelle: RP
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