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Moers
Tag der Arbeit kehrt nach Meerbeck zurück

Moers: Tag der Arbeit kehrt nach Meerbeck zurück
Der Maibaum wurde mit gemeinsamen Kräften aufgestellt. FOTO: K. Dieker
Moers. Den 1. Mai in ein Familienfest einzubinden, stieß auf positive Resonanz. Viele kamen trotz schlechten Wetters. Von Peter Gottschlich

Der "Tag der Arbeit" ist ins Herz Meerbecks zurückgekehrt. Damit geht die Odyssee der vergangenen Jahrzehnte zu Ende, in denen die Maikundgebungen mehrfach ihre Anlegepunkte gewechselt hatten: vom evangelischen Gemeindesaal an der Bismarckstraße über die Halle des Euroteccenters bis zur Festivalhalle am Solimare. Mit jedem Wechsel sank die Anzahl der Besucher. Beim letzten Mal waren nur gut 100 an Bord gewesen. Diesmal legten doppelt so viele im neuen, offenen Hafen an, dem Saarplatz an der Lindenstraße. "Bei besserem Wetter wären mehr gekommen", meinte Karl-Heinz Theußen, der wie die anderen unter einem der vielen Zeltdächer einen trockenen Platz gefunden hatte. Als Geschäftsführer des Service Civil International (SCI) vertrat er einen der Mitorganisatoren des Tages der Arbeit. Er war federführend vom DGB Moers organisiert worden. Schließlich ging die Maikundgebung in ein Familienfest über, das deutlich mehr Besucher anzog als sonst.

DGB-Ortsvorsitzende Karin Pfausagte, diese Gerechtigkeit gebe es nicht in der Arbeitswelt, in der Frauen immer noch schlechter als Männer entlohnt würden. Sie forderte gleichen Lohn. Bürgermeister Christoph Fleischhauer sagte, die Gewerkschaften seien ein "wichtiger Baustein unserer demokratischen Gesellschaft", sie seien "Anwälte der Arbeitnehmer". Er führte Beispiele für Löhne an, die nicht gerecht seien, wie die niedrigeren Einkommen der Frauen oder der Bezahlung von Erzieherinnen in Kindergärten. "Die Wertigkeit der Arbeit muss sich auch in der Entlohnung zeigen", sagte er. Diese zeige sich immer weniger, machte Festredner Klaus Barthel deutlich. "Vor 20 Jahren hat ein Vorstandsvorsitzender eines Dax-Unternehmens 14 Mal so viel verdient wie ein durchschnittlicher Mitarbeiter", sagte er. "Heute sind es 57 Mal mehr."

Quelle: RP
 
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