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Moers
Tansanier lernt den Niederrhein kennen

Moers: Tansanier lernt den Niederrhein kennen
Omben Richard Mtewa, genannt Ombeni, mit Vorleseoma Anne Kirk und Marlies Hoesemans vom Freundeskreis "Kinderdorf Mbigili" (v.l.) sowie einer Gruppe Kindern des Kindergartens St. Hubertus. FOTO: Stoffel
Moers. Der 31 Jahre alte Omben Mtewa aus dem von Rheurdtern unterstützten Kinderdorf Mbigili nimmt an einem Austauschprogramm teil. Von Hedi Meinecke

Omben Richard Mtewa - von Freunden gerne auch Ombeni genannt - ist Tansanier. Der 31-jährige afrikanische Student nimmt zurzeit an einem vom SCI (Service Civil International) initiierten Projekt teil, das Hilfs- und Friedensdienste organisiert und sich für interkulturellen Austausch einsetzt. In Rheurdt bleibt er noch bis Mitte Dezember.

Den Weg an den Niederrhein fand Omben Mtewa über das tansanische Kinderdorf Amani Centre Mbigili, das die viel zu früh verstorbene Wahl-Schaephuysenerin Ursula Lettgen aufbaute und forcierte. "Mama Ursula hat mir eine berufliche, eine neue Lebensperspektive eröffnet", so der Tansanier. Sein Engagement in und für die Gemeinde "sei vor allem Ausdruck tiefer Dankbarkeit." Die Gründerin hat ihm damals durch die Vermittlung einer finanziellen Unterstützung geholfen, nach der High School auch die Universität zu besuchen.

Betreut wird der afrikanische Student hier von Marlies Hoesemans als Vertreterin des Freundeskreises "Kinderdorf Mbigili". Sie plant und organisiert seine Einsätze in den verschiedenen Bereichen - auf kirchlicher, sozialer, politischer und gesellschaftlicher Ebene.

Der Kontakt mit jungen Menschen hat dabei stets Vorrang, ist der Wunsch Ombenis. So besucht er gerne Kindergärten und Grundschulen, erzählt den Schülern von seinem Leben in seiner afrikanischen Heimat. Beim Besuch der Anne-Frank-Gesamtschule in Rheinkamp regte er eine Diskussion an, als das Thema Gottesdienstbesuche zur Sprache kam. Seine Feststellung: Er vermisse da gerade die Teilnahme junger Menschen.

Omben Mtewa, der zum Stamm der Hehe gehört, nimmt aber ebenso an der Sternsinger-Aktion teil, besucht die Nachmittags-Betreuung der Grundschüler, beteiligt sich mit großem Vergnügen als Clown am Zirkus-Projekt im St. Michaelsturm in Schaephuysen, und im Bürgerbüro der Gemeinde informiert er sich über das Leben in einer Kommune und über die Probleme der Bürger dort, hilft aber auch ganz praktisch beim Herbstlaubfegen auf den Friedhöfen.

Sein Aufenthalt in der Gemeinde Rheurdt wecke immer wieder die Erinnerung an Ursula Lettgen, "die meinen Lebensweg so entscheidend beeinflusst hat", so Ombeni. Er schätze aber auch die Lebendigkeit und die Liebenswürdigkeit der Menschen, freue sich aber ebenso auf die Rückkehr in seine tansanische Heimat.

Unterstützt wird das Kinderdorf-Projekt durch private Förderer, verschiedenen Pfarrgemeinden, Gruppen, Vereinen, Einzelpersonen, Unternehmen, zum Beispiel dem PCC - Chemie-Energie-Logistik Duisburg und dem Päpstlichen Kinder-Missionswerk Aachen (PMK).

Allein mit 30 Euro monatlich könne ein wichtiger Beitrag zur Rundumversorgung eines Kindes geleistet werden, so Marlies Hoesemans. Ein Kind in einer Pflegefamilie brauche für das Nötigste 25 Euro. Auf unterschiedliche Art und Weise wird nach ihren Informationen auch versucht, bedürftige Kinder im Umfeld des Dorfes zu unterstützen.

So wollen sie ihnen zum Beispiel den Besuch einer Grundschule und eine medizinische Versorgung ermöglichen. Für besonders begabte Kinder aus mittellosen Familien wird zudem der Besuch einer weiterführenden Schule gefördert. "Generell aber", so Hoesemans, "setzen wir mit unserer Unterstützung auf das Prinzip Hilfe zur Selbsthilfe."

Quelle: RP
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