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Niederrheiner für den Frieden in Moers
Tauschbörse für seltenes Saatgut

Niederrheiner für den Frieden in Moers: Tauschbörse für seltenes Saatgut
Martina Schröder (3.v.l.) führt Besucher durch den Garten. FOTO: kdi
Moers. Seltene Sämereien tauschen oder Bio-Saatgut kaufen - die erste Tauschbörse des Vereins "Niederrheiner für den Frieden" konnte bei ihren Besuchern punkten. Der Verein will Artenvielfalt erhalten.

"Wir sind mit der Resonanz zufrieden. Wir bieten Sämereien, die nicht überall zu bekommen sind", sagt Dominik Wolf, Vorsitzender des gerade gegründeten Vereins.

Vielfalt statt Einfalt lautet das Motto. "Ziel unserer Veranstaltung ist es, in der Öffentlichkeit bekannter zu werden und uns in der Moerser Szene zu etablieren. Wir wollen Menschen für gemeinschaftliches Gärtnern interessieren und altes Wissen weitergeben", erklärt der 30-Jährige. Geplant sind für Kindergärten und Grundschulen Gartenbesuche und Aktionen. Aktuell hat der Verein 16 Mitglieder, die aus ganz verschiedenen Interessengebieten kommen, sich für die Natur stark machen und vernetzen. "Uns geht es auch darum, Kulturgut zu bewahren und Artenvielfalt zu erhalten. Wir wenden uns gegen Patente. Keiner hat das Recht, die Natur zu patentieren", sagt Domink Wolf.

Interessant ist mit bewegter Geschichte der Sitz des Vereins: ein Nebengebäude am Haus Tervoort, nahe der Rheinberger Straße in Moers. Der ursprüngliche Rittersitz aus dem 12. Jahrhundert ist längst verfallen. Das Herrenhaus mit Wirtschaftsgebäuden wurde im Zweiten Weltkrieg von Bomben getroffen. In den verbleibenden kleineren Gebäuden wie Stallungen und Schmiede herrscht jetzt Leben. Hinter dem Gebäude liegt ein Garten, den die Mitglieder als Bauerngarten mit schlanken Wegen zwischen den Beeten angelegt haben. Martina Schröder ist die "Kräuterkundige". "Die Beete haben mageren bis fetten Boden", erläutert sie Besuchern. Erste Nutzpflanzen wachsen. Manche Sämerei stammt vom Biosaatgut-Anbieter Dreschflegel, der altes Gemüse wiederentdeckt und bewahrt. Jetzt wachsen in den Beeten alte Salatsorten, Mutterkraut, Kamille wie Pflückkohl. Oberstes Gebot im Garten: Keine Chemie.

Der Tauschbörse zum Frühjahr, im Rahmen der Klimawoche Ruhr, soll eine weitere im Herbst folgen.

(sabi)
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