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Moers
Tierheim baut ein neues Hundehaus

Moers: Tierheim baut ein neues Hundehaus
Das Katzenhaus des Tierheims (Foto) ist noch gut in Schuss. Jetzt soll endlich auch ein neues Hundehaus gebaut werden. FOTO: Dieker
Moers. Dank einer Großspende und der Aktion "Moers gibt (für) Pfötchen" hat der Tierschutzverein genug Geld gesammelt, um das lange geplante Projekt anzugehen. Spätestens Anfang 2018 soll das Hundehaus fertig sein, sagt der Vorsitzende Peter Kuhnen. Von Josef Pogorzalek

Der Tierschutzverein steht bei den Moersern im Wort: Seit fünf Jahren wirbt er für den Bau eines neuen Hundehauses im Tierheim am Peschkenhof und hat dafür Geld gesammelt. Viele Privatleute, Firmen und Institutionen haben gespendet, um den Bau zu ermöglichen. "Moers gibt (für) Pfötchen" hieß die publikumswirksame Aktion. Doch statt konkrete Pläne vorzulegen, machte der Verein vor allem mit internen Querelen und allgemeinen finanziellen Problemen von sich reden.

Damit ist jetzt Schluss: Ende 2017, spätestens Anfang 2018 soll das neue Hundehaus fertig sein. Das sieht der Zeitplan vor, den der Vereinsvorstand um Peter Kuhnen jetzt bei der Jahreshauptversammlung den Mitgliedern vorgelegt hat.

Dass das Vorhaben endlich umgesetzt wird, ist einem glücklichen finanziellen Umstand zu verdanken. "Wir haben im vergangenen Jahr eine überaus großzügige Einzelspende erhalten", sagte Peter Kuhnen gegenüber unserer Redaktion. 200.000 Euro habe ein Mann aus dem Kreis Wesel, der ungenannt bleiben wolle, für das Hundehaus zur Verfügung gestellt. Mit den übrigen Spenden - nach Angaben von Kuhnen rund 70.000 Euro - sei genug Geld zusammen, um das Projekt anzugehen.

Mit den 200.000 Euro, die in den vergangenen Jahren als Baukosten genannt wurden, kommt der Verein allerdings nicht aus. Von 365.000 Euro ist jetzt statt dessen die Rede. Er wisse nicht, wie die frühere Schätzung zustande kam, sagte Kuhnen, der seit 2014 an der Vorstandsspitze steht. Die aktuelle Summe stamme aus Berechnungen eines Bauträgers, der Lampert Projektbau GmbH, und des Architekturbüros Stahlmann & Roswalka aus Kapellen. Sie unterstützten den Tierschutzverein ehrenamtlich. Die Fachleute seien derzeit dabei, die Anträge für den Abriss des alten Hundehauses und für den Neubau vorzubereiten. Noch in diesem Jahr sollen sie bei der Stadt eingereicht werden.

Kuhnen hofft, dass die errechneten Kosten im Rahmen der konkreten Planung noch gedrückt werden können. Vorgesehen ist ein Hundehaus mit insgesamt zwölf Zwingern von je zwölf Quadratmeter Größe. "Für einen großen Hund mit über 50 Zentimeter Schulterhöhe sind zehn Quadratmeter Fläche vorgeschrieben", sagte Kuhnen. Je zwei Zwinger können durch die Öffnung von Zwischentüren zusammengelegt werden. "Wir können dann bis zu sechs kleinere Hunde in Rudeln halten." Das Hundehaus werde auch über ein Freilaufgelände verfügen. Eine reine Freilauf-Rudelhaltung - "Das ist die artgerechte Haltung für Hunde", so Kuhnen - sei am Peschkenhof nicht möglich. "Da das Tierheim in einem Wohngebiet liegt, müssen wir die Tiere wenigstens über Nacht einzwingern."

Der früher notorisch klamme Verein habe "zwei gute Jahre" mit schwarzen Zahlen hinter sich, sagte Kuhnen. Dazu habe eine Erbschaft beigetragen, aber auch eigene Sparmaßnahmen. Dass die Stadt Moers den Vertrag für die Fundbetreuung gekündigt hat und nun mit der Tierherberge Kamp-Lintfort zusammenarbeitet, habe dem Tierschutzverein nicht geschadet. Im Gegenteil. "Wir hatten 95.000 Euro Ausgaben für die Moerser Fundtiere, haben aber nur 60.000 Euro bekommen", sagte Kuhnen. Eine Zusammenarbeit gibt es jetzt nur noch mit Neukirchen-Vluyn. "Wir haben einen kostendeckenden Vertrag."

Ansonsten nimmt das Moerser Heim Tiere an, von denen sich Privatleute trennen wollen oder müssen. Urlauber können Hunde auch vorübergehend in Pension geben. Zurzeit leben im Tierheim 34 Katzen, fünf Hunde sowie Kleintiere wie Kaninchen und Vögel, darunter ein Eisvogel, der in Kamp-Lintfort gefunden wurde. Betreut werden sie von neun Mitarbeitern und rund 30 ehrenamtlichen Helfern.

www.tierheim-moers.de

Quelle: RP
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