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Moers
Tigerfütterung im Zirkus erhitzt die Gemüter

Moers: Tigerfütterung im Zirkus erhitzt die Gemüter
Giuliano Köllner füttert den sieben Monate alten Tiger "Shir Khan". In der Vergangenheit wurden im Zirkus bereits vier Großkatzen beschlagnahmt. FOTO: kdi
Moers. Aktuell gastiert der Zirkus "Las Vegas" an der Trompeter Straße in Moers. Der mittelgroße Betrieb wird mittlerweile in siebter Generation von den Familien Weisheit und Köllner geführt und reist mit 15 Artisten und Akrobaten sowie 30 Tieren durch die gesamte Bundesrepublik - darunter auch vier bengalische Tiger.

Die sieben Monate alten Tiere hat der Zirkus von einem französischen Zoo übernommen. "Die Kater wurden alle von ihrer Mutter verstoßen und daher mit der Flasche großgezogen. Bei uns kümmert sich nun ein erfahrener Dompteur um die vier Racker", sagt Direktorin Liane Weisheit-Köllner. Bei einer öffentlichen Fütterung ließ der Zirkus am Donnerstag Besucher hinter die Kulissen schauen. "Wir wollen zeigen, dass es den Tieren hier nicht schlecht geht und wir die Vorschriften einhalten. Alle Tiere sind gechippt, wir melden uns an jedem neuen Spielort pflichtgemäß beim Amtsveterinär an."

Diese Offenheit scheint möglicherweise nicht von ungefähr zu kommen. Denn viele Tierfreunde aus dem gesamten Bundesgebiet teilten unserer Redaktion nach der Fütterung mit, dass der Zirkus vor rund zwei Jahren ins Visier der Behörden geraten sei. Damals soll der Amtsveterinär des Kreises Bad Segeberg aufgrund eines Verstoßes gegen die Zirkusrichtlinien einen Elefanten und vier Großkatzen beschlagnahmt haben, die sich mit dem Zirkus auf Tournee befanden.

Zirkusdirektorin Liane Weisheit-Köllner zeigte sich im Jahr 2013 empört: "Wir lieben unsere Tiere und kämpfen um sie." Gestern war sie für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

(p-m)
 
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