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Moers
Tote Frau gefunden - Polizei nimmt zwei Männer fest

Moers: Tote Frau gefunden - Polizei nimmt zwei Männer fest
In dem Haus mit den weißen Klinkern sollen die Festgenommenen an der Homberger Straße gewohnt haben. FOTO: Klaus Dieker
Moers. Nachdem Polizei und Staatsanwaltschaft Duisburg am Donnerstag jede Auskunft über einen spektakulären Polizeieinsatz an der Homberger Straße in Moers verweigert hatten, bestätigten die Ermittler am Freitagvormittag den Fund einer toten Frau (66) in einem Mehrfamilienhaus. Die Frau wurde erstochen.

Donnerstag am späten Nachmittag an der Kreuzung Homberger-/ Ecke Klever Straße. Reifen quietschen, mehrere Polizeifahrzeuge und zivile Wagen mit Blaulicht fahren vor. Schwer bewaffnete Polizisten mit Schutzwesten springen heraus und stürmen eine Wohnung, die im zweiten Stock über einem Friseurladen liegt. Uniformierte sperren die Straße ab.

Was hinter dem Einsatz steckt, teilt die Polizei am Freitagvormittag mit. Gegen 15.30 Uhr finden die Beamten im zweiten Obergeschoss eines Mehrfamilienhauses die Leiche einer Frau. Die 66-Jährige ist blutüberströmt. Laut Obduktion wurde die Frau erstochen. 

Was nach Eintreffen der Polizei geschieht, schildert Zeuge Mohamed T. am Donnerstag so: "Ich sah, wie die Polizei zwei Männer in Handschellen abführten. Einer der beiden hatte Tränen in den Augen. Beide waren sehr groß und kräftig. Zufällig bekam ich kurz darauf mit, wie ein Polizist über Funk durchgab, dass es sich bei den beiden Festgenommenen um Brüder handele und dass sie eine Frau umgebracht haben sollen."

Tatsächlich bestätigen Mieter, die von der Polizei über mehrere Stunden gehindert werden, ihre Wohnungen zu betreten, dass dort im zweiten Stock zwei Brüder, angeblich im Alter von 42 und 37 Jahren gelebt hätten. Die Zeugen stimmen überein, dass beide auffallend groß und kräftig gewesen seien. Doch während die einen behaupten, dass es sich um Deutsche gehandelt habe, sprechen andere von einem "eher südländischen Aussehen". Wie die Staatsanwaltschaft am Freitag auf Anfrage mitteilt, werden die Männer am Freitag verhört. Ob als Zeugen oder Verdächtige, dazu macht die Staatsanwaltschaft keine Angaben. Die Männer sind laut Polizei mit der Frau verwandt.  Der jüngere der beiden Männer (37) habe mit der Frau gemeinsam in der Wohnung gelebt. Der Ältere (43) wohne ebenfalls in dem Mehrfamilienhaus.

Dass es sich nicht um eine Allerweltsstraftat handelt, wird am Donnerstag schon ersichtlich. Die Polizei in Duisburg führt die Ermittlungen. Die verweist am Donnerstagabend jedoch noch auf eine Nachrichtensperre der Staatsanwaltschaft Duisburg.

Im Kreis Wesel wird die Duisburger Polizei in der Regel nur dann aktiv, wenn ein Kapitaldelikt vorliegt. Allerdings liegt die Pressehoheit in solchen Fällen dann meist trotzdem bei der Staatsanwaltschaft Kleve. Daher könnte es möglich sein, dass es zu der Tat eine Vorgeschichte gibt, die einen Bezug nach Duisburg hat. Éiner der Hausbewohner will etwas von "Hells Angels" gehört haben, kann dafür aber keinen weiteren Beleg bringen.

Verletzte gab es offenbar nicht. Ein Rettungswagen fuhr davon, ohne dass die Sanitäter jemanden mitgenommen hätten. Möglicherweise lag die Leiche auch am Abend noch in der Wohnung, da keiner der Zeugen einen Leichenwagen wegfahren sah.

Gegen 19.10 Uhr ziehen sich die Uniformierten zurück. Die Straßensperrung wird aufgehoben. Nur die Spurensicherung bleibt noch bis in die Morgenstunden im Haus. 

(ock)