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Moers/Kamp-Lintfort
TV-Techniker muss in Haft

Moers/Kamp-Lintfort. Der Mann soll eine geistig behinderte Frau sexuell missbraucht haben.

Beim Überprüfen von Anschlüssen soll ein Mitarbeiter eines Telekommunikationsunternehmens eine geistig behinderte Frau missbraucht haben. Das stritt der Mann ab. Das Moerser Schöffengericht glaubte ihm nicht und verurteilte ihn wegen sexueller Nötigung. Die Freiheitsstrafe von einem Jahr und acht Monaten wurde nicht zur Bewährung ausgesetzt. In einer Wohngemeinschaft für geistig behinderte Frauen in Kamp-Lintfort klingelte der 45-Jährige im Januar 2014 und stellte sich als "Der Kabelmann" vor. Er müsse Anschlüsse überprüfen, sagte er und ging durch die Räume. Kurz bevor er die Wohnung verließ, fragte er, ob er ins Bad dürfe. Unter dem Vorwand, er brauche ein Handtuch, rief er eine Bewohnerin zu sich. Die arglose Frau wollte ihm das Tuch überreichen und wurde ins Bad gezerrt. "Dann hat der schnell die Türe zu gemacht und abgeschlossen", sagte die 52-Jährige. "Ich hab gesagt, ich möchte raus", schilderte sie der Richterin. Der Mann habe die Hose heruntergelassen und sie "überall angefasst".

Der Angeklagte gab an, er sei tatsächlich in dem Wohnhaus gewesen. Er habe einen offiziellen Auftrag erhalten, Schwarzseher zu überführen. Einen Missbrauch wollte er aber nicht einräumen.

Nicht nur die Aussage der 52-Jährigen, auch die einer Betreuerin der Wohngruppe überzeugte. Sie sei nach der Tat von einer Bewohnerin angerufen worden, die völlig aufgelöst war, weil sie den seriös wirkenden Fremden in die Wohnung gelassen hatte. "Die wissen schon sehr wohl, was recht ist und was nicht recht ist", sagte die Zeugin auf die Frage, ob man den Frauen glauben könne.

"Das Opfer war an dem Tag wie erstarrt", schilderte sie weiter. Sie habe allen erst einmal erklären müssen, dass sie keine Schuld trifft. Aufgeflogen war der Mann erst ein Jahr später. Eine andere Frau hatte Anzeige erstattet, weil der Angeklagte sich in ähnlicher Weise Zutritt zu ihrer Wohnung verschafft und die Hosen heruntergelassen haben soll. Sie allerdings gab vor Gericht an, dass sie nicht auf die Hose schaute und daher nicht sagen könne, was zu sehen war. In diesem früheren Fall wurde der Angeklagte freigesprochen.

(bil)
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