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Moers/Duisburg
Überlebenstraining am Stadtrand

Moers/Duisburg: Überlebenstraining am Stadtrand
Martin Vater (4. v. l.) schlägt sich mit den Teilnehmern des Survivalkurses durch den Wald zwischen Moers und Duisburg-Baerl. FOTO: Klaus Dieker
Moers/Duisburg. Seit kurzem bietet Martin Vater Survivalkurse für die Region Moers/Duisburg an. Am Wochenende haben sich die Teilnehmer durch den Wald an der Stadtgrenze zu Duisburg geschlagen. Eine interessante und lehrreiche Aktion. Von Anna-Lina Heimrath

Bei einem Spaziergang im Dunkeln durch den Wald die Orientierung zu verlieren, das ist für viele eine Horrorsituation. Im Sommer ist es zwar noch bis in die Nacht hell, aber im Winter sind solche Fälle nicht gerade unüblich. Oft hilft zwar das Navigationssystem auf dem Handy weiter, doch was macht man, wenn es kein Netz gibt oder der Akku leer ist?

Martin Vater beschäftigt sich seit einigen Jahren mit solchen Situationen und versucht kreative Lösungen zu finden. Er ist "Survival-Coach" und bietet in der Region regelmäßig kostenlose Kurse zum Überleben in der Wildnis an. Wie verhält man sich, wenn man sich in einer "Survival-Situation" befindet? Und wie kann man sich am Besten in der Natur ohne große technische Ausrüstung zurecht finden?

Am Samstag ging es dafür mit einer kleinen Gruppe von zehn Teilnehmern nach Duisburg-Baerl. "Es ist leider so, dass wir im Ruhrgebiet nicht viele Survival-Gebiete haben", erklärt Coach Vater ganz zu Anfang seiner Truppe. Und so leider auch nicht in Moers. Trotzdem hält er den Wald an der Moerser Stadtgrenze für ein geeignetes Gebiet, um verschiedene Survival-Methoden kennenzulernen. "Wir haben hier einen kleinen See, verschiedene Waldabschnitte und können gut einiges ausprobieren," so Martin Vater. Doch dabei gilt es immer, die Achtung vor der Natur bewahren. Bevor es also richtig los geht, gibt es daher noch ein paar klare Anweisung an seine Gruppe. "Keinen Müll hinterlassen und sich ruhig und respektvoll der Natur gegenüber verhalten" sind hier die obersten Regeln. Denn auch das ist der Hintergedanke des Survival-Kurs.

Martin Vater möchte seiner Gruppe die Natur wieder näher bringen, mit ihnen über die Vielfalt der Botanik und Wasserversorgung in Wäldern diskutieren. Bei dem Kurs am Samstag ging es jedoch vor allem darum, Fährten zu legen und diesen zu folgen. So hat sich ein Freund von Teamleiter Martin Vater im Wald versteckt, und die Gruppe musste die Spuren lesen - ein bisschen wie bei einer Schnitzeljagd für Erwachsene.

Viele von den Teilnehmern haben sich bereits schon einmal mit den Thema "Survival" auseinandergesetzt, aber einige sind zum ersten Mal dabei. So auch Jana-Maria Schütz, die von dem Kurs begeistert ist. "Ich finde es besonders toll, dass es hier auch darum geht, einen neue Blick auf die Natur zu bekommen und kreativ zu sein", sagte Schütz. Während der Tour gibt Martin Vater immer wieder hilfreiche Tipps. Muss man wirklich Käfer essen, um zu überleben?

"Käfer sind tatsächlich sehr nahrhaft, allerdings gibt es auch einige pflanzliche Alternativen", erklärt er. Sein Tipp: die Sprösslinge von Farnen. "Die schmecken wie grüner Spargel", berichtet der Survival-Coach. Auch von Pilzen rät er dringend ab, denn viel zu wenige Menschen wissen, ob sie giftig oder genießbar sind.

Das Survival-Training bietet Martin Vater jetzt zum zweiten Mal an. Bei den Treffen können sich Interessierte über die neuesten Taschenmesser, Rucksäcke und Überlebenstipps austauschen. Auch ein nächstes Treffen ist bereits geplant. Anmelden kann man sich über die Facebook-Gruppe "Survival Skills School - NRW".

Quelle: RP
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