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Moers
Umspannanlage Utfort soll leiser werden

Moers. Die Firma Amprion ersetzt einen alten Transformator und baut Lärmschutzwände. Damit reagiert das Unternehmen auf Beschwerden von Anwohnern der Anlage. Die Bügerinitiative "Moers unter Hochspannung" bleibt skeptisch. Von Josef Pogorzalek

Summen, surren brummen - egal wie man es bezeichnet, das Geräusch, das die großen Transformatoren der Umspannanlage Utfort abgeben, ist jedenfalls nicht angenehm. Je nach Witterungslage und Windrichtung ist es in den vielleicht hundert Meter entfernten Wohngebieten mal mehr, mal weniger deutlich vernehmbar. Vor allem nachts fühlen sich Anwohner durch die Geräuschkulisse gestört. Das soll sich ändern. Anfang Juli beginnt die Firma Amprion mit Baumaßnahmen, die zu einem erheblichen Lärmschutz beitragen sollen. Ein alter Transformator wird durch einen neuen, leiseren, ersetzt, zudem erhalten die Trafos Lärmschutzwände. Wie laut oder leise es nach deren Fertigstellung genau sein wird, das wollte Siegbert Gesang, bei Amprion für den Immissionsschutz zuständig, gestern nicht in Zahlen sagen. Nur soviel: "Es wird so, dass es von den Nachbarn nicht als störend wahrgenommen wird."

Siegbert Gesang und Amprion-Projektleiter Christian Nöldemann unterstrichen gestern vor der Presse aber, dass die Lärmschutz-Grenzwerte schon jetzt eingehalten würden. Mit der anstehenden Investition in Höhe von zehn Millionen Euro reagiere das Unternehmen dennoch auf die Beschwerden der Anwohner. "Aus elektrotechnischer Sicht müssen wir das nicht machen", sagte Gesang. Für den nördlichen Bereich (wo ein reines Wohngebiet liegt) betrage der Emissionswert 35 Dezibel, für die östlich liegende Liebrechtstraße 40 Dezibel; das entspricht in etwa dem Summen eines Kühlschranks der jüngeren Generation. Es handle sich um Werte für die Nachtzeit. "Für tagsüber gibt es keine Beschwerden." In der Umspannanlage Utfort sind vier Transformatoren von Amprion in Betrieb. Nach der Installation eines neuen Transformators wird ein älterer (der derzeit einen Lärmschutz hat) voraussichtlich im Jahr 2016 abgeschaltet. An dem neuen Trafo und zwei weiteren werden Lärmschutzwände errichtet. An einem weiteren Trafo gibt es bereits eine provisorische Lärmschutzwand aus Seecontainern, die stehen bleibt, bis dieser Trafo voraussichtlich 2018 außer Betrieb genommen wird. Neben Amprion betreibt die Westnetz GmbH zwei kleinere Trafos auf dem Gelände, zudem gibt es Anlagen der Enni in einem Backsteingebäude. Beide seien, was die Lärmentwicklung angeht, nicht von Bedeutung.Gestern wurden Anwohner mit Handzetteln über den Beginn der Bauarbeiten informiert. Sie sollen insgesamt zwei Jahre dauern. Die Lärmschutzwände werden aus Beton-Fertigbauteilen errichtet. Der Baulärm werde sich in Grenzen halten, kündigte Nöldemann an.

Anwohner der Umspannanlage fordern seit Jahren Maßnahmen zum Lärmschutz. Adi Trumpa vom Vorstand der Bürgerinitiative "Moers unter Hochspannung" zeigte sich gestern aber skeptisch, ob die Lärmschutzwände den erhofften Erfolg bringen. "Wir haben die komplette Einhausung der Transformatoren gefordert, dann würde man nichts mehr hören. Aber das lehnt Amprion aus Kostengründen ab", sagte Trump.

Am liebsten wäre es den Mitgliedern der Initiative, wenn Amprion die Umspannanlage an einen anderen Ort verlagert würde. "Eine neue Anlage dürfte heutzutage an dieser Stelle, so nah an Wohnhäusern, nicht mehr errichtet werden."

Darüber hinaus kämpft die Initiative gegen die geplante Trasse einer neuen "Stromautobahn", deren Masten mit 70 bis 80 Metern deutlich höher sein werden als die jetzigen.

Quelle: RP
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