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Rheurdt
Umweltschützer warnen vor Klimawandel und Fracking

Rheurdt. Wird der Klimawandel bald auch am Niederrhein spürbar sein? Davon überzeugt ist Frank Hofmann, Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/Grüne im Rat der Gemeinde Rheurdt. Viele Menschen verbänden mit dem Begriff Klimawandel Katastrophen in fernen Ländern, doch die Region werde ebenfalls davon nicht unberührt bleiben: "In Rheurdt wird der Klimawandel vor allem mit Wetterkapriolen, Ernteausfällen, aber auch neuen Gesundheitsrisiken begleitet. Drei exotische Mückenarten haben es bereits in unsere Breiten geschafft. Eine davon ist die Tigermücke, die das Denguefieber übertragen kann. Eine andere Mückenart ist die Malariamücke. Früher hätten sie die kalten Winter hier nicht überlebt, jetzt könnten sie Tropenkrankheiten nach Rheurdt bringen. Auch die Zecken mit den Frühsommer-Meningo-Enzephalitis-Viren (FSME) werden von milderem Wetter profitieren und zu uns wandern können." Wespenspinne, Dornfingerspinne, Robinien und Schmetterlingsstrauch breiteten sich ebenfalls am Niederrhein aus. Das Eindringen neuer Arten könne ein Problem für Forst- und Landwirtschaft werden, meint Hofmann. Das "Ökodorf" Rheurdt sieht er da in besonderer Verantwortung.

Auch ein anderes Thema treibt Umweltschützer in diesen Tagen um. Zum "Global-Frack-Down-Day" hatten Aktivisten am Wochenende aufgerufen. In Neukirchen-Vluyn unterschrieben mehr als 60 Menschen an Infoständen gegen die umstrittene Fördermethode von fossilen Brennstoffen, die vor allem in den Vereinigten Staaten eingesetzt wird.

Der Gedanke, dass in der Region Fracking durchgeführt wird, ist gar nicht so abwegig: Ein großer Teil des Kreises Kleve zählt zu den sogenannten Aufsuchfeldern, die sich Öl- und Gasunternehmen gesichert haben. Auch ein Teil des Rheurdter Gemeindegebietes fällt darunter, hauptsächlich der westliche Teil. Federführend ist dabei die BASF-Tochter Wintershall Holding. Die Politik in der Gemeinde hat sich bislang eindeutig gegen Fracking auf Rheurdter Gebiet ausgesprochen. Dabei wurde auf örtliche Gegebenheiten verwiesen: "Auf dem Gebiet der Gemeinde Rheurdt darf das Grundwasser keinesfalls gefährdet werden. Hier, in einer Urstromrinne des Rheins, liegen unter anderem mehrere Kuhlenzüge, von denen einige nach den Planungen für den Landschaftsplan Kerken/Rheurdt unter Naturschutz gestellt werden sollen." So heißt es in einer Stellungnahme von Politik und Verwaltung aus dem Jahr 2012 an die Bezirksregierung in Arnsberg.

(s-g)
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