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Moers
Umwelttag: Genauer Blick auf die Natur

Moers: Umwelttag: Genauer Blick auf die Natur
Auch eine Gewässerführung mit der Naturpädagogin Claudia Goormann aus Kaarst war eine der Stationen beim zweiten Moerser Umwelttag, der am Sonntag im gesamten Schlosspark viele Naturfreunde anzog. FOTO: Klaus Dieker
Moers. Der zweite Moerser Umwelttag bot am Sonntag allerhand Wissenswertes rund um die Themen Natur und Umwelt. Vom Musenhof bis zur Aumühle sollte vor allem das Interesse junger Menschen an Naturschutzthemen geweckt werden. Von Birgit Lameyer

Unter dem Motto "Gemeinsam für unsere Umwelt" veranstaltete der Hegering Moers am Sonntag den zweiten Moerser Umwelttag. Vom Musenhof bis hin zur Aumühle waren im Moeser Schloss- und Freizeitpark insgesamt 14 Stationen aufgebaut.

Heidschnucken streicheln, Adler und Kauz aus wenigen Zentimetern Nähe bewundern und Waldbewohner kennenlernen. Der genaue Blick auf die Natur war am Moerser Umwelttag ein Muss. "Hat der schöne Augen", staunte eine Besucherin über den Malaienkauz, den Falkner Wolfgang Rohrberg aus Schermbeck mitgebracht hatte. Nicht weniger beeindruckten Steinadler, Steppenadler und Habichtsadler, die sich zum Teil sogar anfassen ließen. "Das sind reine Jagdvögel", erklärt der Falkner. Damit geht er auf Beizjagd. Genau wie der Jäger mit der Waffe und der Indianer mit Pfeil und Bogen. Ob man den Falknerhandschuh unbedingt braucht, will ein Junge wissen. Auf jeden Fall, denn "wenn der richtig zupackt, das vergisst man nie."

Warum das Mädchen am Brunnen den Stoff mit einem Stück Holz schlägt, erklärt eine Betreuerin beim Musenhof. Das Schlagwerkzeug ist ein Waschbläuel, der Schleudergang des Mittelalters sozusagen. Auch als es noch keine Waschmaschine gab, waren die Vorgänge ähnlich: Es gab Waschvorgang, Spülvorgang und Schleudern. Das dauerte unendlich lange, merkten auch die Kinder, die unermüdlich Wassereimer aus dem Brunnen zogen. Die Seife wurde aus Holzasche selbst gemacht und in das Fass gegeben. Dann musste lange mit dem Holzstab gerührt werden. Nach einem Spülvorgang im sauberen Wasser kam dann der Waschbläuel zum Einsatz. Ganz wie die Kräuterfrauen im Mittelalter, die die in ihrer Umgebung gesammelten Heilkräuter zu Tee verarbeiteten, konnten die Besucher aus Kamille, Pfefferminze und Anis selber Tee im Mörser herstellen. Das Waschen und vieles andere auch war zwar umweltfreundlich, denn Strom wurde nicht benötigt, trotzdem könne man nicht sagen, dass früher alles besser war, erklärt Sarah Breuer, wissenschaftliche Volontärin des Musenhofs. Zum Beispiel sei die Müllbeseitigung im Mittelalter ein spannendes Thema. Früher hätten die Menschen Müll in Brunnen entsorgt und daher sei das Grundwasser durch Färber verunreinigt gewesen Auch der Nabu präsentierte sich beim Umwelttag. Tim Hartmann, Experte für Amphibien, beantwortete Fragen zu Kammmolchen, Kröten, Fröschen und dem Feuersalamander, die sich in Glasbehältern tummelten. Uns Andrea Schwenke wusste etwas über Heidschnucken, eine sehr genügsame Schafsrasse zu erzählen: "Wir halten Heidschnucken zur Landschaftspflege am Schwafheimer Meer", berichtet Andrea Schwenke vom Nabu. "Diese Schafsrasse hält das Gras kurz und frisst die Sträucher runter. So muss kein lauter Traktor die Arbeiten in dem Schutzgebiet übernehmen." Welchen Weg das Fell der Heidschnucke bis hin zum Pullunder zurücklegt, zeigte eine weitere Station. Das Fell riecht streng, eben nach Tier. Die Haare müssen dann in der Kardiermaschine gekämmt werden. Erst im Anschluss kann es mit dem einem Spinnrad zu einem Faden verarbeitet werden.

Die Aktionen im Rahmen des Umwelttages waren alle kostenlos, auch der Eintritt in das Schlossmuseum war am Sonntag frei.

Quelle: RP
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