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Moers
Unendliche Weiten im Blick

Moers: Unendliche Weiten im Blick
Ein Bild aus dem Jahr 1985, als Ernst Messerschmid bei der D1-Spacelab-Mission eine Woche im Weltraum verbrachte. FOTO: Stadt Duisburg
Moers. Die Mercator-Matineen im Kultur- und Stadthistorischen Museum beschäftigen sich diesmal mit Astrophysik und den Grenzen unseres Wissens. Den Auftakt macht am 4. März der Wissenschaftsastronaut Prof. Ernst Messerschmid. Von Peter Klucken

Ins siebte Jahr geht nun die von Wilfried Schaus-Sahm konzipierte Reihe der Mercator-Matineen im Kultur- und Stadthistorischen Museum. Und Jahr für Jahr wächst dabei die Zuhörerschaft. Längst hat sich herumgesprochen, dass hier ein vorzügliches Programm geboten wird. Die Reihe in diesem Jahr toppt womöglich noch die bisherigen Mercator-Matineen.

Es geht diesmal schwerpunktmäßig um die faszinierenden Erkenntnisse und Fragestellungen der Astrophysik und die Grenzen unseres Wissens. Doch keine Angst: Auch diesmal werden alle Vorträge allgemeinverständlich sein, ohne Qualitätsansprüche zurückzustellen. Das jedenfalls verspricht Schaus-Sahm, der darauf achtet, dass die Referenten nicht nur ausgewiesene Fachleute sind, sondern auch die Fähigkeit haben, ihr Wissen darzustellen.

Der Auftakt der Reihe ist spektakulär: Der ehemalige Astronaut und spätere Professor an der Uni in Stuttgart, Ernst Messerschmid, spricht am 4. März über die bisherige Raumfahrtnutzung und seine Erfahrungen als Wissenschaftsastronaut an der der D1-Spacelab-Mission im Jahr 1985. Messerschmid wird auch über die Internationale Raumstation (ISS) und die Europäische Raumfahrtagentur (ESA) sprechen und sich der Diskussion stellen, ob es richtig ist, so viel Geld und Energie in die Raumfahrt zu investieren.

Der promovierte Ingenieur Hubert Zitt erzählt davon, wie Star-Trek-Visionen der 60er und 70er Jahre heute Wirklichkeit wurden. FOTO: Stadt Duisburg

Am 8. April geht es um das wohl größte Genie der deutschen Wissenschaftsgeschichte: Johannes Keppler. Der mehrfach ausgezeichnete Wissenschaftspublizist Thomas de Padova spricht in seinem Vortrag "Himmel habe ich vermessen" über den frommen Freigeist. In der Schatzkammer des Kultur- und Stadthistorischen Museums befindet sich der Himmelsglobus von Gerhard Mercator. Der promovierte Astrophysiker Ulf von Rauchhaupt, Wissenschaftsredakteur bei der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, beschäftigt sich mit der "Geographie des Himmels". Dabei stößt er auf einen Schatz von Mythen und Geschichten, aber auch auf Orte aktueller astrophysikalischer Forschung.

Am 3. Juni wird die Mercator-Matinee voraussichtlich restlos ausverkauft sein: Hubert Zitt, promovierter Elektrotechniker, ist nicht nur in der Wissenschaft zu Hause, sondern auch in den unendlichen Weiten der Film- und Fernsehserien. Als bekennender Star-Trek-Fan möchte Zitt zeigen, wie aus technischen Visionen, die vor knapp 40 Jahren als Sciencefiction bisweilen belächelt wurden, Realität geworden ist.

Zurück zu den Quellen der astronomischen Wissenschaft geht es in der Mercator-Matinee am 1. Juli. Jürgen Hamel, der seine Doktorarbeit über die Frühgeschichte der Astrophysik schrieb, erinnert an Andreas Cellarius, der 1661 in einem großformatigen Prachtwerk Wissenschaft und Kunst miteinander verband. Dabei bezog er auch die Erkenntnisse seiner Vorgänger (Kopernikus, Tycho Brahe und Mercator) mit in sein Lebenswerk ein. Schon seit Menschengedenken träumte die Menschheit davon, den Mond zu betreten. Als poetische Transportmöglichkeiten wurden tierische Antriebe (Gänse) oder auch Feineres, wie der Sonnentau, erdacht. Der bereits erwähnte Keppler war sich aber schon sicher, dass eine gewaltige explosive Kraft nötig ist, um von der Erde zum Mond zu gelangen.

Lukas Feireiss, 1977 in Berlin geboren, beleuchtet in seinem Vortrag am 30. September den "Traum von der Reise zum Mond". Sibylle Anderl, 1981 in Oldenburg geboren, studierte sowohl Philosophie als auch Astrophysik. Bekannt wurde sie im vergangenen Jahr mit ihrem Buch "Das Universum und ich - die Philosophie der Astrophysik". Am 28. Oktober hält sie innerhalb der Matinee-Reihe einen Vortrag unter dem Fragesatz-Titel "Wie lange dauert die Ewigkeit?".

Beschlossen wird die Reihe am 25. November vom Wissenschaftspublizisten Rüdiger Vaas. Er beschäftigt sich mit einer Grundfrage, die viele Menschen bewegt: "Ist Leben im All möglich?" Vaas glaubt, dass ein Kontakt zu Außerirdischen durchaus in absehbarer Zeit möglich ist. Deshalb müssten wir uns den Fragen stellen, welche Folgen ein solcher Kontakt haben kann und was er für unser Welt- und Selbstverständnis bedeutet.

Quelle: RP
 
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