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Moers
Vandalen im Gotteshaus

Moers: Vandalen im Gotteshaus
Unbekannte haben vor einem Jahr im März Schmierereien an die Wände der Kirche St. Josef gesprüht. FOTO: Christoph Reichwein (crei)
Moers. Immer wieder hört man von Diebstahl und Zerstörung in Kirchen oder kirchlichen Einrichtungen. Ein neuer krimineller Trend? Von Stefan Gilsbach

Fast genau ein Jahr ist es her, da stand Pfarrer Karl Josef Rieger schockiert vor den Schmierereien, die ein Unbekannter an die Wände der St.-Josef-Kirche in Kamp-Lintfort gesprüht hatte - darunter auch ein (falsch gezeichnetes) Hakenkreuz. Inzwischen ist klar: Der Täter hatte kein rechtsradikales Motiv. "Er ist mittlerweile gefasst worden", sagt Rieger. "Und er hat Schlimmeres auf dem Kerbholz als die Schmierereien." Ärgerlich für die Kirche waren dennoch die vierstelligen Kosten für die Reinigung.

Von Vandalismus in Kirchen oder kirchlichen Einrichtungen ist immer wieder zu lesen. Mancherorts haben sich sogar Freiwillige organisiert, um nach dem rechten zu sehen, so lange die Kirche geöffnet ist.

Auch ein Hakenkreuz war dabei. FOTO: Christoph Reichwein (crei)

Kriminalität gegen die Kirche, ist dies etwa ein wachsender Trend? Die RP hat den Kirchenkreis Moers und das Bistum Münster gefragt. "Aus unserer Sicht hat es in jüngster Zeit keine besondere Häufung der Diebstähle aus Kirchen gegeben", sagt Christian Breuer von der Bischöflichen Pressestelle in Xanten. Unabhängig davon würden die Sicherheitsmaßnahmen laufend überprüft und bei Bedarf angepasst. Das ist auch in der Josefkirche geschehen. Besuchern fällt inzwischen ein Schild ins Auge, dass vor Videoüberwachung warnt. Passiert sei seither nichts mehr, sagt Pfarrer Rieger erleichtert.

Auch für den Kirchenkreis Moers ist, von Einzelfällen abgesehen, Vandalismus kein überragendes Problem. "Wir hatten jüngst einen Einbruch in einer kirchlichen Einrichtung in Asberg", sagt Kirchenkreissprecher Egbert Schäffer. Doch auch dies sei kein gezielter Akt gegen die Kirche gewesen, sondern "ein Fall von Beschaffungskriminalität".

Spektakulär war vor drei Jahren, ebenfalls im März, der Fall zweier herrenlosen Koffers an der evangelischen Kirche im Vluyner Ortskern. Dreieinhalb Stunden lang wurde der Kirchplatz gesperrt, weil man die Möglichkeit einer Bombe nicht ausschließen konnte. Die Bundespolizei öffnete schließlich die Koffer - und fand alte Socken, Zigarettenpapier und einige Herrenmagazine. "Da war bislang das Härteste, was wir hier erlebt haben", erinnert sich Pfarrer Martin Simon. Ansonsten komme es immer mal wieder vor, dass jemand den Blitzableiter verbiege oder Steine aus dem Pflaster entferne - miese Scherze, hinter denen man allerdings nur schwer antichristliche Motive ausmachen kann.

Quelle: RP
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