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Staatsschutz ermittelt in Moers
Vandalen schmieren Hakenkreuze an Grundschule

Staatsschutz ermittelt in Moers: Vandalen schmieren Hakenkreuze an Grundschule
Hier war ein Hakenkreuz in den Putz geritzt. Der Hausmeister hat es zunächst provisorisch unkenntlich gemacht. FOTO: Josef Pogorzalek
Moers. Immer wieder toben sich Unbekannte an der Grundschule Eick-West aus. Den traurigen Höhepunkt erreichte der Vandalismus in der Nacht auf Donnerstag. Allein seit Anfang dieser Woche sind Schäden in Höhe von rund 10.000 Euro entstanden. Von Josef Pogorzalek

1,9 Millionen Euro hat die Sanierung der Grundschule Eick-West gekostet. Im August 2016 war sie abgeschlossen worden. Inzwischen könnte das Schulgebäude wieder eine Renovierung brauchen. Auf 10.000 Euro schätzt Hausmeister Jürgen Wrzodek allein die Schäden, die Unbekannte seit dem vergangenen Wochenende verursacht haben. Unter anderem wurden im Eingangsbereich der Außentoiletten Hakenkreuze in den Mauerputz eingeritzt, auch an der Scheibe der Toilettentür ist ein Hakenkreuz erkennbar. Der Staatsschutz ermittelt. Die Stadt geht allerdings nicht von einem politischen Hintergrund aus. "Es handelt sich vermutlich um einen Akt der Provokation und Mutwilligkeit", sagte gestern Stadtsprecher Klaus Janczyk.

Die Schäden an der Grundschule sind vielfältig: Türschlösser wurden verklebt, ein Lautsprecher ist abgerissen, das Schulschild verbogen, Klingeln wurden aus dem Putz herausgerissen, Löcher in die neue Dämmung gestochen und gebrannt - zum Teil bis auf das darunter liegende ursprüngliche Mauerwerk. Auch vor dem Blitzschutz auf dem Dach haben die Vandalen nicht haltgemacht, zudem haben sie ein Erdungskabel abgerissen, berichtet der Hausmeister. "Das ist so, als würde man einen Feuerlöscher weg nehmen." Auf die Hakenkreuze haben ihn gestern früh Schulkinder hingewiesen. Manche der Mädchen und Jungen wüssten offenbar bereits, worum es sich dabei handelt.

Mit roher Gewalt haben Unbekannte das Schild verbogen. FOTO: Josef Pogorzalek

Jugendliche trinken Alkohol auf dem Schulhof

An der Türscheibe der Außentoilette war gestern Nachmittag noch immer ein großes Hakenkreuz erkennbar. FOTO: pogo

Wer für die Schäden verantwortlich ist, kann man nur mutmaßen. Jürgen Wrzodek berichtet, dass sich regelmäßig Jugendliche auf dem Schulhof herumtreiben. Alkohol sei im Spiel, Flaschen gingen zu Bruch. Immer wieder müsse er Scherben wegkehren. "Den Sand am Klettergerüst mussten wir komplett entfernen, weil er voller Scherben war." Der Schulhof ist frei zugänglich, am Nachmittag ist er als Spielplatz freigegeben. Die meisten Schäden wurden in überdachten, schlecht einsehbaren Bereichen angerichtet.

Bis auf das alte Mauerwerk wurde die neue Dämmung des Schulgebäudes zerstört. FOTO: Josef Pogorzalek

An eine Wand des Schulgebäudes haben die Unbekannten die Zahl 187 geschmiert. Die Zahlen eins und acht zählen in Nazi-Kreisen als Symbole für die Initialen AH. Bei der kalifornischen Polizei ist 187 der Code für Mord. Es gibt einen gleichnamigen US-Thriller, der an einer "Ghetto-Schule" spielt. "187 Straßenbande" ist außerdem eine Hip-Hop-Gruppe aus Hamburg, der nachgesagt wird, Gewalt und Kriminalität zu verharmlosen.

"Vandalismus an Schulen und anderen Gebäuden ist ein Thema, das man leider nicht zu 100 Prozent in den Griff kriegt", bedauerte gestern Klaus Janczyk. Immer wieder mal gebe es entsprechende Vorkommnisse. Eine Kameraüberwachung komme aus Datenschutzgründen nur als allerletztes Mittel infrage. "Wir wollen beobachten, ob sich die Vorfälle häufen."

Quelle: RP
 
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