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Moerser Norden
Vandalen zerstören Bushalte-Häuschen

Moerser Norden: Vandalen zerstören Bushalte-Häuschen
An der Filder Straße haben Vandalen die Rückwand und eine Seitenscheibe des Wartehäuschens eingeschlagen. Dasselbe gilt für die Haltestelle gegenüber. FOTO: Dieker
Moers. 20 Mal haben Unbekannte allein am Wochenende zugeschlagen - wieder einmal vor allem im Moerser Norden. Insgesamt sind seit Anfang September 50 Scheiben zu Bruch gegangen. Von Josef Pogorzalek

Vandalen haben am Wochenende in Moers gewütet. Von 20 eingeschlagenen Scheiben an Haltestellen-Häuschen berichtete die Enni gestern. Die Unbekannten haben vor allem auf der Kamper Straße in Repelen zugeschlagen, aber auch auf der Filder Straße am Solimare. Seit Anfang September seien damit rund 50 Scheiben zu Bruch gegangen. Der Schaden ist enorm. "Eine Rückwand kostet inklusive Einbau rund 500 Euro, eine Seitenscheibe 400 Euro. So liegen die entstandenen Kosten inzwischen längst bei über 20.000 Euro", berichtet Jürgen Bachmann, Sachgebietsleiter der Enni.

Die Stadt hat als Eigentümerin Anzeige gegen Unbekannt erstattet. "Die Reparaturkosten trägt die Allgemeinheit. Wir müssen uns überlegen, ob wir uns das auf Dauer leisten können und wollen, oder ob es Alternativen gibt", sagt Bürgermeister Christoph Fleischhauer. Wie die Alternativen aussehen könnten, sei noch offen, sagt Stadtsprecher Thorsten Schröder. Auf die Wartehäuschen verzichten und Bus-Reisende "im Regen stehen lassen", das wolle eigentlich niemand. Ebenso wenig seien "Beton-Verschläge" statt verglaster Häuschen wünschenswert. "Dann hätten wir neue Angsträume."

Insgesamt gibt es in Moers 154 Wartehäuschen. Zwei Drittel da-von hat die Stadt Moers an die Deutsche Plakat Werbung (DPW) vergeben, 47 unterhält die Enni. Deren Mitarbeiter rückten gestern mit Besen aus, um die Scherben des Wochenendes aufkehren. Eine mühsame Arbeit, denn das Sicherheitsglas bricht in viele kleine Einzelteile. Die Enni-Abteilung Straßenunterhaltung plant derweil die Reparatur. "Wir haben immer ein paar Scheiben vorrätig. Aber jetzt ist unser Lager leer", berichtet Sachgebietsleiter Frank Cornelius, der bereits Ersatz geordert hat.

Den ihr entstandenen Schaden konnte die DPW gestern noch nicht beziffern. "Unsere Leute sind gerade vor Ort unterwegs", sagte der für Moers zuständige Andreas Wirth. Für ihn sind Schadensmeldungen insbesondere aus dem Norden von Moers leider nichts Neues. Das lege den Verdacht nahe, dass die Täter immer wieder aus demselben Personenkreis stammten. "Überall da, wo die Arbeitslosigkeit höher liegt und es soziale Brennpunkte gibt, steigt die Vandalismusquote." Die DPW registriert regelmäßig nicht nur eingeschlagene Scheiben, sondern auch Farbschmierereien oder verklebte Fahrplanvitrinen. Die Reparaturen kosten Jahr für Jahr eine fünfstellige Summe. Der Vandalen habhaft zu werden, sei schwer.

Das stimme einerseits, weil Vandalen oft nachts zuschlagen, sagt Kristin Heuken, Sprecherin der Kreispolizei. Andererseits liege die Aufklärungsquote bei Sachbeschädigungen im öffentlichen Raum (dazu zählen auch Friedhöfe) bei gar nicht so geringen 20 Prozent. Vielleicht liege dies daran, dass Vandalen keine "Profis" seien: "Gestandene Erwachsene machen so was nicht. Meist handelt es sich um Kinder oder Jugendliche, die gar nicht wissen, welchen Schaden sie anrichten." Oder um solche, die soviel getrunken haben, dass sie der Schaden nicht kümmert. So ärgerlich die neue Vandalismus-Serie in Moers ist: Insgesamt ist die Zahl der Sachbeschädigungen rückläufig. 292 Fälle in Moers zählte die Polizei zwischen Januar und Oktober 2016, im gleichen Zeitraum 2017 waren es 250 Fälle. Auch die Zahl der Sachbeschädigungen an Autos im gleichen Zeitraum ist gesunken: 349 waren es 2016, in diesem Jahr 316.

Hinweise an die Polizei unter 02841 1710

Quelle: RP
 
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