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Moers
Verbraucher beklagten 2015 häufig die App-Abzocke

Moers. Ob es um die Abzocke mit mobilen Zahlungsmitteln, die Kostenfallen beim Onlineshopping oder dubiose Mahnbriefe von Inkassobüros geht - im Jahr 2015 suchten 5117 Verbraucher Rat bei der Verbraucherzentrale in Moers. Das geht aus dem Jahresbericht 2015 hervor.

Mit einem Anteil von 24 Prozent der Fälle drehten sich die häufigsten Verbraucherfragen um allgemeine Dienstleistungen wie das Mietrecht, Schlüsseldienste oder Partnervermittlungen. Aber auch die Finanzberatung und eine Beratung zu Internet und Telefon nahmen die Verbraucher 2015 stark in Anspruch. Sie liegen auf Platz zwei und drei der häufigsten Verbraucherfragen mit jeweils 20 und 17 Prozent der Fälle.

Im Fokus lag im vergangenen Jahr vor allem die Rechtsberatung mit 768 Fällen. "Bei den meisten Anfragen ging es um den Bereich Telefon und Internet. Hier ist vor allem die App-Abzocke in den Vordergrund gerückt", sagt Beratungsstellenleiterin Gisela Daniels, die selbst die Befugnis zur Rechtsberatung hat. "Auf dem Smartphone tauchen in einigen Apps Werbebanner auf, hinter denen sich kostenpflichtige Abonnements verbergen. Die Verbraucher klicken die Werbung weg, ohne davon Kenntnis zu nehmen, dass sie gerade ein wöchentliches Abo für 4,99 Euro gebucht haben." Die Rufnummer des betroffenen App-Nutzers werde in solchen Fällen automatisch übermittelt und würde den Tätern den Mobilfunkanbieter offenkundig machen. So könne dann eine Zahlung ausgelöst werden. Neben rechtlichen Hilfestellungen bei unrechtmäßig einbehaltenen Beträgen gab die Beratungsstelle auch Hinweise zum Sperren solcher Abo-Fallen.

Daniels berichtet weiterhin, dass 2015 die ersten Verbraucherprobleme von Flüchtlingen aufgetreten seien. "Vergangenes Jahr kam ein junger Mann zu uns, der in einem Mobilfunkshop nach einem Handyvertrag gefragt hatte. Er wurde beraten, sprach aber kaum Deutsch und verstand nicht, was ihm da angeboten wurde. Schließlich bekam er einige Wochen später eine Rechnung für einen Vertrag, ohne überhaupt eine Simkarte für sein Handy erhalten zu haben. Der Vertrag konnte mit unserer Hilfe aufgelöst werden."

Für 2016 prognostiziert Daniels weitere Fälle, da viele Flüchtlinge nun eine eigene Wohnung bezögen und vor Alltagsprobleme gestellt seien. "Wir geben weiterhin gerne eine Hilfestellung."

(jam)
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