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Moers
Vereine verlegen 22 Stolpersteine zum Gedenken an Nazi-Opfer

Moers: Vereine verlegen 22 Stolpersteine zum Gedenken an Nazi-Opfer
Der Künstler Gunter Demnig bei der Verlegung von Stolpersteinen im vergangenen Jahr. FOTO: Archiv
Moers. Der Kölner Künstler Gunter Demnig wird am 24. November die ersten sechs von insgesamt 22 Stolpersteinen in Meerbeck verlegen. Demnig ist Erfinder der zehn mal zehn Zentimeter großen Bronzetafeln, die, ins Pflaster eingelassen, an die Namen von Opfern des NaziRegimes erinnern. In Moers liegen bereits 29 Stolpersteine. Von Jürgen Stock

Das Geld für die Verlegung der neuen Steine haben der Verein für christlich-jüdische Zusammenarbeit und der Verein "Erinnern für die Zukunft" bei privaten Sponsoren eingeworben. Bärbel Likar, stellvertretende Vorsitzende des Vereins, koordiniert die Maßnahmen in diesem Jahr.

Die ersten Steine, die in diesem Jahr ihren Platz im Moerser Boden finden, wird Demnig ab 13.30 Uhr an sechs Stellen in Meerbeck platzieren. Der erste Stein erinnert vor der Bismarckstraße 61 an den Sozialdemokraten Reinhold Büttner, der dort wohnte und am 5. Juli 1935 im Duisburger Polizeipräsidium ermordet wurde. Insgesamt tragen fünf der sechs Steine die Namen von Meerbecker Widerstandskämpfern aus den Reihen von SPD oder KPD, die allesamt im Frühsommer 1935 verhaftet und meist kurz darauf ermordet wurden. Eine Ausnahme bildet Franz Saumer, der an der Elbestraße 9 lebte. Der Zeuge Jehovas wurde als Kriegsdienstverweigerer im Jahr 1944 hingerichtet.

Beeindruckt waren die Initiatoren von den Reaktionen der Anwohner. "Auch bei Menschen mit Migrationshintergrund haben wir viel Zuspruch gefunden", berichtet Bärbel Likar. "Das hatten wir so nicht erwartet."

Am Donnerstag, 26. November stehen verschleppte und ermordete jüdische Mitbürger im Mittelpunkt des Gedenkens. Die Veranstaltungen beginnen um 14.30 Uhr vor dem Haus Steinstraße 21. dem ehemaligen Wohnhaus der Familie Kaufmann. Der 28. November ist schließlich dem Kommunisten Paul Ulrich gewidmet, der in der Arnulfstraße 15 wohnte. An dem Projekt, das in Moers seinen Anstoß durch einen Kunstkurs am Gymnasium Filder Benden erhalten hatte, werden viele Schulklassen teilnehmen. Dazu werden Mitglieder des Posaunenchors Hochstraß sowie der Improviser in Residence, Hayden Chisholm, ein musikalisches Rahmenprogramm gestalten.

Quelle: RP
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