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Moers
Vier magischeFarben der Flöten

Moers. Das Quartett Musor gab ein Konzert in der Dorfkirche. Es spielte Stücke aus Klassik, Romantik und Moderne. Von Peter Gottschlich

Das Flötenquartett Musor erfand seinen Kunstnamen, weil dieser lautmalerisch und musisch klingt. "Außerdem verbindet Musor die ersten beiden Silben von Musik und Orgie", erklärt Eva Maria Thiboud.

Sie ist die Sprecherin des weiblichen Quartetts, das sie 2006 zusammen mit Gemma Corrales Argumánez, Ekaterina Ryzhova und Laia Bubi Frotos in Köln gründete. Seitdem treten die studierten Flötistinnen gemeinsam auf, nicht nur in Deutschland, sondern bei Konzertreisen auch in Russland oder Spanien. Haben sie doch international einen Namen, seitdem sie sich 2009 den zweiten Platz beim Kuhlau-Flötenwettbewerb im niedersächsischen Uelzen erspielten, der in Flötenkreisen den Rang eines Oscars hat.

Am Sonntagabend zeigten sie, warum sie zu Recht als außergewöhnliches Flötenquartett gelten, als sie zart - und nicht orgiastisch - die Luft unter dem Himmel der Repelener Dorfkirche mit ihrer magischen Klangfarbe "bemalten".

Die Flötistinnen, bei denen Camilla Moukarzel die verhinderte Laia Bubi Frutos ersetzte, spannten einen Bogen von Wiener Klassik über Romantik und Impressionismus bis zur Moderne.

Zum Beispiel spielten sie die Ouvertüre aus der Oper Figaros Hochzeit von Wolfgang Amadeus Mozart oder Auszüge aus der Oper "Carmen" von Georges Bizet, Teile von "La mère l'oye" von Maurice Ravel oder "Uptime" von Heike Beckmann. Dabei griffen sie fast immer auf Arrangements ihrer Mitflötistin Ekaterina Ryzhova zurück, da es kaum Stücke für die Besetzung mit vier Flöten gibt, die von der Bass- bis Piccoloflöte reichen.

Bei ihrem kunstvollen Spiel spürten die 110 Zuhörer die Begeisterung, die die vier Flötistinnen für ihre Blasinstrumente zeigen. Sie ließen sich in eine andere Welt entführen. So bedankten sie sich bei den Flötistinnen mit langem Applaus, als die himmlische Musik unter dem gotischen Gewölbe der Dorfkirche verklungen war. Sie wurden mit einer Darbietung des Stückes "Walk like this" von Ian Clarke belohnt, das teilweise atonal ist.

Die Zuhörer können sich bis Heiligabend auf fünf weitere Konzerte in der Repelener Dorfkirche freuen, die von Koordinatorin Farah Otten organisiert wurden. Das nächste ist ein Gitarrenkonzert mit Lothar Theissmann am 26. November um 17 Uhr. Er unternimmt einen akustischen Vogelflug zu sieben Landschaften und Plätzen, an denen Musik erfühlt und erdacht wurde. Diesen nennt er "Le Voyage".

Quelle: RP
 
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