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Moers
Vogelgrippe: Züchter lassen Gänse im Stall

Moers. Geflügelzüchter treffen erste Vorsichtsmaßnahmen gegen die Vogelgrippe. Von Jürgen Stock

Am Geflügelstand von Silke Göntgen-Bremenkamp auf dem Moerser Wochenmarkt herrscht reger Betrieb. Die Moerserin ist Chefin eines Familienbetriebs, der Hühner und Gänse im Moerser Norden hält. Noch ist die Vogelgrippe hier nur ein Gesprächsthema. Doch die Bedrohung rückt näher. Nachdem bei einigen Höfen in Norddeutschland die für Vögel extrem ansteckende Virusvariante H5N8 festgestellt wurde, muss Geflügel auch in Teilen des Kreises Wesel aufgestallt werden. Betroffen sind zunächst Alpen, Dinslaken, Hamminkeln, Hünxe, Rheinberg, Sonsbeck, Voerde, Wesel und Xanten.

"Aber auch wir lassen unsere Gänse schon seit Tagen nicht mehr ins Freie", sagt die Chefin. "Dazu sind wir nicht gezwungen, es ist aber eine Schutzmaßnahme für unsere Tiere." Auch die Kollegen in der Region würden es genau so halten.

Das Friedrich-Loeffler-Institut spricht von einem hohen Gefährdungspotenzial bundesweit. Der Niederrhein gilt als gesondert gefährdet, weil hier ein wichtiges Rastgebiet der arktischen Wildgänse liegt. Diese Tiere haben sich im vergangenen Jahr immer weiter nach Süden ausgebreitet. Daher die Vorsicht im Hause Göntgen.

Würde nur eine der Gänse sich draußen bei wilden Artgenossen anstecken, könnte sich der Erreger leicht im gesamten Bestand ausbreiten und innerhalb von ein paar Tagen die komplette Legehennen-Population vernichten. Da Hühner sowieso nur drinnen gehalten werden, seien die Folgen der Aufstallung für die Gänse nicht weiter dramatisch, sagt Silke Göntgen-Bremenkamp. Überzeugungsarbeit muss sie aber gelegentlich bei Kunden leisten, die zu Unrecht fürchteten, sich mit dem Virus infizieren zu können. Tritt Geflügelpest, auf, erkranken und sterben in der Regel innerhalb kürzester Zeit große Teile eines betroffenen Bestandes.

Quelle: RP
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