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Moers
"Voicemail" geht auf eine Musikreise

Moers. Das Vokalensemble gab eine Kostprobe seines Könnens bei einem Auftritt in der Repelener Dorfkirche. Der 2009 gegründete Chor meistert unterschiedliche Stilrichtungen von Kirchenmusik bis Pop. Von Jan Caspers

Die Dorfkirche in Repelen war gut gefüllt. Zahlreiche Besucher waren in die Kirche gekommen, um das Chorkonzert des Vokalensembles "Voicemail" zu erleben. Die Chormitglieder hatten sich gewissenhaft auf ihren Auftritt vorbereitet. Auf den Notenständern im Altarraum lagen vor Konzertbeginn bereits einige Hustenbonbons gegen einen eventuell auftretenden Hustenreiz. Alle Voraussetzungen für ein gelungenes Chorkonzert waren also erfüllt. Das Moerser Ensemble "Voicemail" wurde im Februar 2009 gegründet und singt Stücke unterschiedlicher Stile, von Kirchenmusik über Volksmusik bis hin zu Pop und Rock.

Auch beim Konzert in der Dorfkirche Repelen präsentierte der Chor ein abwechslungsreiches Konzertprogramm. Die neun Sängerinnen und vier Sänger des Vokalensembles eröffneten das Konzert mit mehreren kirchenmusikalischen Kompositionen des zeitgenössischen englischen Komponisten John Rutter. Bei Chorliedern wie "Look at the world", "This is the day" oder "For the beauty of the earth" brachte der Chor sehr wirkungsvoll den schlichten, unprätentiösen und unsentimentalen Stil der modernen Kirchenkompositionen zum Ausdruck. Obwohl die Chorsänger deutlich in der Unterzahl waren, sangen sie tapfer gegen die stimmliche Übermacht der Frauen an. Trotz der relativ kleinen Besetzung hatte das harmonische Zusammenspiel der einzelnen Stimmlagen dabei einen erstaunlich vollen Klang. Nach dem kirchenmusikalischen Einstieg widmete sich das Ensemble, das von Chorleiter Dennis Kittner am Klavier begleitete wurde, drei sanften Pop-Balladen. Neben dem ausdrucksstarken "Hallelujah" von Leonard Cohen waren das elegische "Only time" von Enya und Stings "Fields of gold" zu hören.

Einen reizvollen Kontrast dazu bildeten anschließend zwei sehr unterschiedliche Kompositionen aus der Zeit der Renaissance. Während das vertonte Bibelzitat "If ye love me" des englischen Komponisten Thomas Tallis im reinen a-cappella-Gesang überaus gregorianisch anmutete, handelte es sich beim schwungvollen Musikstück "Tourdion" um ein französisches Trinklied aus dem 16. Jahrhundert. Das heitere Trinklied, das auch der ehemalige Deep-Purple-Gitarrist Ritchie Blackmore mit seiner Band "Blackmore's Night" unter dem Titel "Play minstrel play" auf einem seiner Alben vertont hat, schien dem Publikum in der Dorfkirche Repelen besonders gut zu gefallen. Die Irish-Folk-Songs "Scarborough Fair", "The last rose of summer" und "An Irish blessing", die das Vokalensemble im Anschluss vortrug, gerieten allerdings etwas zu langsam und süßlich.

Mit dem Abba-Hit "I have a dream" und dem Toto-Klassiker "Africa", bei dem der berühmte Percussion-Rhythmus vom i-Pad beigesteuert wurde, endete das Chorkonzert des Vokalensembles "Voicemail" aber ausgesprochen lebhaft und mitreißend. Die Besucher bedankten sich bei den Musikern dementsprechend mit viel Applaus für das abwechslungsreiche und kurzweilige Konzert.

Quelle: RP
 
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